Der Linzer „Wiz“ verzaubert München

Dienstag, 24. Juni 2014



„Linz bringt’s“ (Münchener Abendzeitung). The Wiz erlebte am 21. Juni 2014 eine fulminante München-Premiere im Deutschen Theater. 

„Und wieder erweist es sich: Unser schnitzelförmiges Nachbarland ist der eigentliche deutsche Broadway“,  schreibt die „Münchener Abendzeitung“ in ihrer Kritik über The Wiz am Deutschen Theater. Von „märchenhaftem Premieren-Jubel“ berichtet die „tz“. „Das böse Wort „Provinz“ kommt an diesem unterhaltsamen Abend keine Sekunde in den Sinn“, resümiert die „AZ“. – Das bislang größte Gastspiel des Landestheaters Linz ist bei Presse wie Publikum mit „großem Jubel“ (Münchener Merkur) angekommen. Bis 6. Juli 2014 wirbelt die Linzer Inszenierung von Kim Duddy noch im neu eröffneten Deutschen Theater in München über die Bühne.

Goldener Schikaneder für Regiearbeit "Spuren der Verirrten"

Montag, 23. Juni 2014

Zum bereits zweiten Mal wurden am 17. Juni 2014 die Österreichischen Musiktheaterpreise für Produktionen aus der Spielsaison 2012/13 im Theater an der Wien vergeben. Die Besten aus Oper, Operette, Musical und Ballett wurden geehrt und mit dem "Goldenen Schikaneder" ausgezeichnet. Das Landestheater Linz freut sich mit Regisseur David Pountney über den „Goldenen Schikaneder“ in der Kategorie „Beste Regie Musiktheater“ für die Musiktheater-Eröffnungsproduktion Spuren der Verirrten von Philip Glass.
           
„Damit geht die wohl glücklichste Spielzeit in der Geschichte des Landestheaters in die Endrunde. David Pountneys Eröffnungsinszenierung für das Musiktheater steht sinnbildlich für eine großartige Gemeinschaftsleistung in Sachen Musik und Dartsellende Kunst in Linz. An die 300 Beteiligte auf und ebenso hinter der Bühne, in den Werkstätten und Abteilungen haben sie auf den Weg gebracht“, so Landestheater-Intendant Rainer Mennicken.

Nachlese - Siebzehn

Montag, 28. April 2014


Kein einziges negatives Wort kam den Journalisten nach der Premiere von der FREISPIEL-Produktion Siebzehn am Samstag, 19. April, in den Kammerspielen, über die Computer-Tastatur. Neun Jugendliche aus Linz und Umgebung haben mit Katharina Bigus ein Stück zum Thema Schwangerschaft entwickelt, das sich wirklich sehen lassen kann. Die Meinungen der Journalisten sind einstimmig positiv:

Peter Grubmüller von den Oberösterreichischen Nachrichten verspricht schon im Titel ein „alles andere als jugendliches Laientheater“ und stellt gleich zu Beginn eine für Regisseurin und Schauspieler gleichermaßen schmeichelhafte Frage: „Hat nun Regisseurin Katharina Bigus derart grandios mit diesen neun Jugendlichen gearbeitet - oder strotzt Oberösterreich vor verborgenen Schauspiel-Talenten?“ Diese Schauspieltalente sind Flora Besenbäck, Lena Plochberger, Linda Pichler, Sophie Kirsch, Adelina Nita und Marlene Hauser und „in jeder von ihnen schimmern Charakter und Haltung real existierender Teenager - schnoddrig bis zielstrebig, girliehaft bis eingeschüchtert. Die sechs jungen Frauen sind zum Jauchzen, sowohl im Witz als auch in der Ernsthaftigkeit.“ Aber auch die drei Burschen Max Stein, Lukas Rabeder und Daniel Cretiu sind „in ihrer Sensibilität, Ratlosigkeit und ihrem Verantwortungsbewusstein stets ebenso glaubhaft.“ Auch Georg Lindorfers „famoser Nachbau der riesigen Ars-Electronica-Treppe“ wird lobend hervorgehoben.

Auch im Neuen Volksblatt fällt die Kritik von Christian Pichler dermaßen positiv aus: Ebenso wird hier die Drehbühne in Form des AEC schätzend erwähnt. Weiters meint er, dass „Regisseurin Bigus ein in seiner Spielfreude hinreißendes Ensemble um sich geschart hat, das miteinander streitet, lacht, zwischen Zugehörigkeit und Eigenständigkeit (ein Widerspruch?) mäandert.“ „Langer und heftiger Applaus, viele Rosen für die Burschen.“

Auch Milli Hornegger von der Kronen Zeitung zeigt sich begeistert: „Theater-Baby ist gelungen“, betitelt sie ihre Kritik. Die „über weite Strecken packende Aufführung [...] ist stark, unterhaltsam, genau beobachtend und überwiegend (sehr) gut gespielt!“ Adelina Nita hebt sie als „prächtiges Talent!“ noch explizit hervor, doch auch die anderen Schauspieler bekommen Anerkennung, denn sie spielen, „dass es eine Freude ist.“ Die Burschen „komplettieren das aufgeweckte Ensemble zu einem runden Ganzen.“ Mit einem „Gefällt mir“ in Anlehnung an die Jugendkultur und Facebook endet sie ihre Kritik.

Celia Ritzberger

Stückinfo & Termine

Nachlese - Die Wildente

Freitag, 11. April 2014

Am Samstag, 5. April 2014 feierte Henrik Ibsens Die Wildente in den Linzer Kammerspielen ihre Premiere. Von der zeitlosen und nach wie vor aktuellen Thematik dieses Stückes zeigte sich auch die Presse begeistert:

Andreas Hutter vom Neuen Volksblatt bezeichnet die Premiere von Henrik Ibsens „Wildente“ als „sehr appetitlich“, die Regisseur Hans-Ulrich Becker „reichlich mit heutigen Zutaten würzte.“ „Das Resultat war überaus bekömmlich und bei allem Tiefgang des Themas leicht verdaulich.“ Becker überzeugte mit einer „konventionell gehaltenen Inszenierung in einem modernen, realistischen Bühnen- und Kostümbild“ (Alexander Müller-Elmau und Stefanie Seitz). Passend dazu auch die „sparsame Soundkulisse“ von „Fadi“ Dorninger, die eine „unterschwellig bedrohlich, suggestive Mischung aus Klängen und Naturgeräuschen bot.“

Als „beglückende Inszenierung, sehr heutig und gültig erzählt“ beschreibt Silvia Nagl von den OÖ Nachrichten die „Wildente“-Premiere. Mit „viel Gespür für den „düster-tragischen Ibsen-Kosmos dechiffriert“ Regisseur Hans-Ulrich Becker „die Figuren, arbeitet ihre ganz spezifischen Charakterzüge hervor, und zeigt sie uns als Gefangene in ihren Typ-Mustern.“ Zudem gelingt es ihm auch, diesem „humorvolle Seiten abzugewinnen“, insbesondere „Stefan Matousch als alter Ekdal, der als verwilderter Rübezahl in einem Container, seinem Jagdrevier, Schießübungen macht.“ Die Figuren werden vom Regisseur „so geführt und ins Licht gerückt, dass sie ihre Stärken absolut ausspielen können - was wiederum einmal zeigt, welche großartige Schauspieler am Landestheater zu finden sind.“

Wiltrud Hackl vom Standard lobt „Die Wildente“ als eine wunderbare Glanzleistung des Ensembles.“ Katharina Wawrik als Hedvig wird dabei im Besonderen hervorgehoben: „Sie bringt gleichzeitig komische schlurfende Teenager-Wurstigkeit, echte Liebe zum falschen Vater und am Ende eine bedrückend nüchterne Dramatik auf die Bühne.“ Auch die Inszenierung von Regisseur Hans-Ulrich Becker gilt als „nicht zu sachlich, die auch dem komödiantischen Teil und den Schattierungen von Ibsens Figuren Raum bietet.“

Stückinfo & Termine

Nachlese - Die Walküre

Freitag, 4. April 2014

Mit einem „Zeitsprung mit echtem Ross“ in eine „martialisch-nazistisch angehauchte Zeit“ lieferte die Walküre eine „Punktlandung“, beschreibt Martin Fichter-Wöß von der Austria Presse Agentur die „umjubelte Premiere“ am Samstagabend im Linzer Musiktheater.

Als „höchst gelungene Premiere“ bezeichnet Michael Wruss von den OÖ Nachrichten die Walküre. Insbesondere die „zeitlose Gültigkeit“ dieser „stimmigen“ Walküre-Inszenierung sorgte für Begeisterung: „Das Feine  an Laufenbergs Inszenierung ist nicht bloß die zeitlose Deutung, sondern die historisch einzuordnende, aber ebenso zeitlich unbegrenzte gültige und ästhetische ansprechende Umsetzung.“

Walter Weidringer von der Presse zeigt sich von der musikalischen Leistung dieses Walküre-Abends begeistert. Insbesondere die stimmlichen Qualitäten des Wälsungenpaares Siegmund und Sieglinde werden dabei hervorgehoben. „Brit-Tone Müllertz legt alle Intensität in wunderbar ausgeglichenen, leuchtenden Gesang: Die schön erblühenden Kantilenen ihrer fein differenzierten Sieglinde waren der unbestrittene vokale Höhepunkt des Abends. An ihrer Seite gab Michael Bedjai in allen Lagen wortdeutlichen, stets präsenten und bei aller Durchschlagskraft doch auch mühelos sauber phrasierten Siegmund.“

Klaus Billand vom Online Merker hebt neben dem musikalisch-gesanglich gelungenen Abend im Besonderen die Leistung des Bruckner Orchesters unter der Leitung von Dennis Russell Davies hervor. „Herrliche Celli, überhaupt der gesamte Streichersatz, dazu wohlklingende Wagnertuben, eine erstklassige Bassklarinette und warme Holzbläser bildeten das starke musikalische Rückgrat dieses Abends, bestens zur Geltung gebracht durch die hervorragende Akustik des neuen Linzer Hauses.“

Als „musikalisch perfekte und eindrucksvoll inszenierte Premiere“ fasst Paul Stepanek vom Neuen Volksblatt den Walküre-Abend zusammen. „Übergeordnete Musik, große Stimmen, intensives Spiel in ideenreicher Kulisse und eine klare Botschaft ergeben eine sehens- und hörenswerte Inszenierung.“

Balduin Sulzer von der Kronen Zeitung bezeichnet die Walküre-Premiere als „musikalisch wie szenisch vorbehaltlos überzeugenden Wagner-Fest.“ Großen Zuspruch gibt für das in „Glanzform musizierende Bruckner Orchester unter Dennis Russell Davies.“ Auch im „vokalen Bereich konnte das Opernensemble überzeugende stimmliche Qualität anbieten.“ „Regie (Uwe Eric Laufenberg), Bühnenbild (Gisbert Jäkel) Kostüme (Antje Sternberg) und Videos (Falko Sternberg) ordneten sich der Musik zu und sicherten den packenden Gesamteffekt.“

„Spektakulär“ wirkte laut Helmut Christian Mayer vom Kurier vor allem der „pompöse Walkürenritt mit einem echten Pferd im scharfen Trab auf der Bühne.“ Als „untadelig konnten die acht Walküren in braunen Ledermänteln und Fliegermützen“ überzeugen.

Für Ernst Kopica vom Opernfreund galt die Walküre-Premiere als „handwerklich geschickte und in der Personenführung exzellente Durchführung.“ Auch Kopica beschreibt den Walkürenritt als beeindruckend und beschreibt diesen als „Riesenspektakel.“ Generell gibt es ein „Extralob“ für die Walküren, „die nicht nur kräftig bei Stimme waren, sondern auch in schauspielerischer Hinsicht eine Augenweide darstellten.“ „Und auch in musikalischer Hinsicht braucht sich der Linzer Ring bislang nicht zu verstecken. Dennis Russell Davies führt das Bruckner Orchester Linz (bombensicher spielend mit exzellentem Klang) auf sicheren Schienen durch die Partitur.“

Insbesondere von der musikalischen Untermalung dieses Walküre-Abends durch das Brucknerorchester unter der Leitung von Dennis Russell Davis, zeigte sich Karl Harb von den Salzburger Nachrichten beeindruckt. Dieses wirkte „in jedem Moment ausgezeichnet vorbereitet und spielte außerordentlich souverän, rund und wohltönend. Davies organisiert und verwaltet die Noten Takt für Takt sauber und ordnungsgemäß.“

H&P Huber vom Online Merker waren vor allem von der musikalischen Leistung des Bruckner Orchesters begeistert, das „seine Musikalität wie seine technische Präzision und Perfektion überzeugend ausspielte.“ „Dennis Russell Davies gab als Dirigent perfekte, musikalisch und dramatisch plausible Tempi vor, holte allen vorstellbaren Dynamikumfang aus der Partitur und sorgte für perfekte Abstimmung zwischen Graben und Bühne. Die Stimmen der Sänger und Sängerinnen kamen mit der gewaltigen Orchesterbesetzung vorzüglich zurecht.“

Helmut Christian Mayer von der Furche zeigt sich überrascht von dem finalen, „musikalisch recht pompösen Walkürenritt“ mit einem echten Pferd auf der Bühne. Als „handwerklich geschickt und nachvollziehbar“ bezeichnet Mayer die Personenführung unter Regisseur Uwe Eric Laufenberg. Auch die Qualität des Opernensembles wird hervorgehoben, insbesondere die „grandiose“ Darbietung von „Albert Pesendorfer als ein präsenter und mächtiger Hunding.“ Als „untadelig“ gilt ebenfalls die gesangliche Leistung der übrigen Walküren.

Stückinfo & Termine

Preview - Die Kameliendame

Freitag, 28. März 2014

Der electro-klassische Remix nach dem Roman von Alexandre Dumas dJ wird am Dienstag, 8. April in der BlackBox uraufgeführt.

In seiner ersten Regiearbeit am Landestheater Linz setzt sich Philip Krückemeier mit der Kameliendame auseinander. Auf die Bühne der BlackBox wird allerdings nicht Dumas' Bühnenfassung gebracht, sondern Krückemeiers ganz eigene Version. Der Zugang den er gefunden hat, lässt sich am besten so beschreiben: Ein Abend darüber, wie man die Kameliendame erzählen könnte. Das Stück ist durchkomponiert wie eine Art Operette. Krückemeier hat das Libretto verfasst, der Roman gab nur Handlung und Figuren vor, Dennis Le Rose die Musik komponiert - mit "sovielen Klischees wie möglich" und Disneysound - Björn Büchner steuert die "electro"-Komponente des Remixes bei und agiert als DJ, der die klassischen Elemente mit Technobeats abschmeckt. Damit erübrigt sich eigentlich die Frage, ob es Anleihen bei La Traviata gibt: "Jeder kennt Verdis Oper und diese naive Liebesgeschichte. Da stellte ich mir die Frage, wie man mit diesem Mythos umgeht", so Jung-Regisseur Krückemeier. Ganz schnell sei er zum Entschluss gekommen, das Werk zu entmythologisieren und zu ironisieren. Eine Erzählerin kommentiert die Geschehnisse und erklärt den Figuren und dem Publikum das Stück.

Stückinfo & Termine

Nachlese - Magic Afternoon

Mittwoch, 26. März 2014


Wiltrud Hackl vom Standard zitiert in ihrer Kritik eingangs die Liedpassage „Ist das Wasser oder Wodka?“ und verweist damit auf die von Alkohol- und Drogenrausch bestimmte Situation der vier Menschen in Wolfgang Bauers Stück. Die Regisseurin „Viktoria Pichler setzt dessen Idee von inhaltlosen, aber identitätsstiftenden Insignien einer populären Kultur hier mit Clubmusik um.“ Lob gibt es insbesondere für die Leistung der Schauspieler, welche ihre „Bewegungen und Körperhaltungen dem gelben, nach hinten verengten Bühnenraum anpassen müssen.“ „Gunda Schanderer als Birgit bespielt jeden Zentimeter, ihr Stil ist kraftvoll. Ebenso zeigt Barbara Novotny als Monika Wandlungsfähigkeit. Markus Subramaniam (Charly) und Christian Manuel Oliveira (Joe) geben Postpubertierende, in Unsicherheit und Eitelkeit gefangen.“ Mit einer gelungenen, in der Gegenwart stattfindenden Inszenierung des Stückes, „grenzt sich die Regisseurin von einer Trashnummer anno ´68 deutlich ab.“

„Die lähmende Langeweile einfach laufen lassen“, so titel Silvia Nagl von den OÖ Nachrichten ihre Kritik und beschreibt damit die „antriebslose und ideenlose“ Situation, welche auf der Bühne stattfindet. „Es wird geraucht, gesoffen und gekifft.“ Die „sehr laute und sehr brutale“ Stimmung zwischen den Figuren wird vor allem in den handgreiflichen Szenen deutlich. „Markus Subramaniam als Möchtegernautor mit Schreibblockade mimt überzeugend den fickrig-fiebrigen Charly mit latenter Aggression in sich, ständig am Sprung, verbal oder auch mit den Händen zuzuschlagen. Gunda Schanderer ist hin- und hergerissen zwischen Wut, Verzweiflung, Aggression.“ Christian Manuel Oliveira überzeugt als „ein bisserl tollpatschiger, aber doch cooler und lässiger Typ, der erst eingeraucht so richtig die Sau rauslasst.“ Auch Barbara Novotny in der Rolle der Moni „legt einen energievollen Kurzauftritt hin.“ Passend zur heutigen Hipster-Bewegung wird die „Musik (Clemens Pichler) auf Plattenspieler abgespielt.“ In dem „grauslich-gelben Bühnenraum von Sanne Danz“, der trichterförmig nach hinten verengt ist, wirken die Figuren wie Ratten in einem „Experimentierlabor“. Regisseurin Viktoria Pichler beweist mit ihrer im Hier und Jetzt spielenden Inszenierung, dass dieses Stück auch heute nach wie vor funktioniert, „denn die heutige Spaßgesellschaft zeigt ebenso in sinnloser Brutalität ihre Ohnmacht und Perspektivlosigkeit.“

Andreas Hutter vom Neuen Volksblatt bezeichnet das Stück als „nur mehr in Ansätzen verstörend“, denn aus heutigem Blickwinkel könnte es so oder so ähnlich genauso auch im Hier und Jetzt zwischen einem jungen Paar zugehen. „Worte werden viele gewechselt, aber sie beschränken sich auf umgangssprachliche Floskeln.“ Insbesondere sorgten der Plattenspieler und das Festnetztelefon als charmante Reminiszenz für Aufmerksamkeit. Zuspruch gab es auch für die Lichtstimmungen auf der Bühne, welche durch die „neonartigen Färbungen nicht nur den heißen, schwülen Sommernachmittag sondern auch der „No Future“- Generation geschuldet ist.“ Die vier Schauspieler - Markus Subramaniam, Gunda Schanderer, Christian Manuel Oliveira und Barbara Novotny - bezeichnet Hutter als „gut disponiert.“ Die „Gewaltszenen werden mit Drastik gespielt“ und für ihre darstellerisch verausgabende Leistung ernteten diese auch „vielverdienten Applaus.“

Stückinfo & Termine

Nachlese - Eyecatcher


Laut Eva Hammer vom Neuen Volksblatt erzählt Regisseurin Margit Mezgolich „lustig und klug, ohne Ansatz von moralischem Zeigefinger“ mit ihrer „fantasievollen“ Inszenierung die Geschichte über das wahre Heldentum. Passend zum grausamen Mythos über Perseus und Medusa bilden eine „Einheit aus düstergrauen Höhlenrohren“ das Bühnenbild (Alexandra Burgstaller), „in denen mit grauslichen Geräuschen die Ungeheuer ihr Unwesen treiben.“ Lob gab es auch für die Leistung der Schauspieler: „Markus Pendzialek als schöner, blonder junger Perseus lässt gekonnt die Heldenfassade heraushängen.“ Sabrina Rupp, Katharina Stehr und Wenzel Brücher als Ungeheuer „zeigen neben aller Abscheulichkeit auch Einsamkeit und Mangel an Liebe.“ „Dem jugendlichen Publikum taugte es „voll“!“

Als „verrückt, merkwürdig, lustig und nicht zuletzt lehrreich“ bezeichnet Lena Aschauer von der Kronen Zeitung die Erzählung aus der griechischen Mythologie über „Ungeheuer und Helden.“ Das vierköpfige Ensemble beweist in der Regie von Margit Mezgolich außergewöhnliche Facetten und viel Humor - besonders Pendzialek sorgt mit einer gehörigen Portion Charme für Begeisterung.“ Auch Bühnen- und Kostümbild (Alexandra Burgstaller) sind „großartig“. In „aufwändigen und kreativ-spektakulären Kostümen“ bewegen sich vor allem die drei Schwestern als Ungeheuer über die Bühne, welche Alexandra Burgstaller „in eine komplett andere Welt verwandelt hat.“ Ein „wunderbares Stück.“

„Mit dem finsteren, ins Nirgendwo starrenden Blick eines sich selbst verherrlichenden Alphatieres erscheint Markus Pendzialek am Beginn, schlägt athletische Purzelbäume wie James Bond auf Zerstörungswut und wirkt so, als ob Mr. Bean höchstselbst einen Helden mimen würde“, beschreibt Silvia Nagl von den OÖ Nachrichten die humorvolle und komische Situation auf der Bühne. Das Bühnen- und Kostümbild von Alexandra Burgstaller bezeichnet sie als „großartig“: Mit einem System aus Rohren wird die „Gefährlichkeit dieses Ortes am Rande unserer Welt“ widergespiegelt. Auch die „grauslich-grauen und grässlichen Kostüme und Gesichtsmasken“ verdeutlichen die düstere und grausame Geschichte aus der griechischen Mythologie. Mit ihrer Inszenierung zeigt Regisseurin Margit Mezgolich mit Witz und Komik, dass „Heldentum manchmal auch ganz schön dumm“ ist. Lob gab es insbesondere für die musikalische Untermalung, die von Franz Flieger Stoegner stammt und „in Relation zum kleinen Raum großes Kino ist.“

Stückinfo & Termine

Liederabend mit Karita Mattila

Dienstag, 25. März 2014

Die finnische Sopranistin Karita Mattila gehört zu den ganz großen Sängerinnen unserer Generation. Von der Kritik als „finnische Venus“ bezeichnet und für ihre leuchtende Stimme und Bühnenpräsenz gelobt, wurde sie einem breiten Publikum als Star mehrerer Kinoübertragungen aus der Metropolitan Opera New York bekannt, wo sie u.a. in Tosca und Manon Lescaut die Titelpartien verkörperte und als Salome – für Amerika davor undenkbar – sogar den „letzten der sieben Schleier“ ablegte und aufgrund ihrer rückhaltlosen Interpretation Triumphe feierte.

Weiters folgten bemerkenswerte Auftritte in so unterschiedlichen Partien wie Leonore (Fidelio), Lisa (Pique Dame), Elisabeth (Don Carlos) oder Elsa (Lohengrin) und gilt als eine der wichtigsten Interpretinnen der Opern von Leoš Janáček: Katja Kabanowa, Emilia Marty (Vec Makropulos) und Jenufa sind heute untrennbar mit dem Namen Karita Mattila verbunden. Letztgenannte Oper wurde für sie bei den Salzburger Festspielen, an der Royal Opera in London, an der New Yorker Met, in Los Angeles, Paris und in ihrem heimatlichen Helsinki auf die Spielpläne gesetzt, wo sie für ausverkaufte Häuser, Jubelstürme und hymnische Kritiken sorgte. Wer sie darin erlebt hat, wird ihre kostbare Stimme und ihrer Darstellung nicht so bald vergessen.

Am 13. Mai 2014 konnte Karita Mattila für einen Soloabend am Landestheater Linz gewonnen werden, bei dem sie deutsche und französische Lieder sowie Melodien aus ihrer finnischen Heimat zum Besten geben wird. Eine rare Gelegenheit diese Ausnahmekünstlerin in Österreich zu erleben!

Karten

Neues von den Jungkritiker_Innen

Freitag, 21. März 2014

Hier der Beitrag von Carolin Obermüller zur aktuellen u\hof: Eyecatcher



Wer will nicht gerne ein Held sein? Von den Guten geliebt und den Bösen gefürchtet. Eine Legende. Doch was macht einen Helden eigentlich aus? Und ist die Welt wirklich so leicht in schwarz und weiß, Gut und Böse zu unterteilen? Diese spannenden Fragen stellt sich der englische Dramatiker Richard Hurford in seinem Stück „Eyecatcher“, das derzeit am u\hof: läuft.


Die alte griechische Sage von Perseus und der Medusa – neu aufbereitet! Hier kurz zum Inhalt des Stückes: Die drei, nun ja, nicht sehr ansehnlichen Schwestern Grim, Gris und Gru – auch die „Graien“ genannt – leben in einer Höhle fernab jeglicher Zivilisation, wo sie ihre vierte Schwester, die Medusa, hüten. Diese wurde zum Schutz ihrer selbst und anderer weggesperrt. Die drei Graien teilen sich ein Auge, das sie abwechselnd tragen. Eines Tages erscheint der junge Perseus in ihrem Zuhause. Er muss einem grausamen König, der seine Mutter gefangen hält, das Haupt der Medusa bringen. Mit List und Tücke erschleicht er sich die Sympathie der Graien und tötet Medusa am Schluss, überzeugt davon, das Richtige getan zu haben. Die drei Hinterbliebenen jedoch trauern um ihre tote Schwester und beklagen den Verlust. Sie beschließen, wie Perseus loszuziehen und ihre Version der Geschichte zu erzählen. 


Obwohl die Aufführung nur ca. eine Stunde dauert, fehlt es ihr an nichts. Der alte Sagenstoff wird gekonnt zum Leben erweckt, und die Inszenierung überzeugt mit Witz, grandiosen Darstellen sowie großartigen Kostümen und einem hervorragendem Bühnenbild. 


Markus Pendzialek ist als Perseus herrlich selbstverliebt und nicht von seinen Vorstellungen von der Welt abzubringen, Wenzel Brücher, Sabrina Rupp und Katharina Stehr sind als die Graien schaurig anzusehen und tun einem doch furchtbar leid, als sie am Ende ihre verlorene Schwester beweinen. 
Die Musik ist stellenweise etwas zu laut, aber da sie der Dramatik erst richtig Ausdruck verleiht, ist das durchaus zu verzeihen. 


Großteils lustig, wird doch immer wieder mahnend der Zeigefinger erhoben. Die Frage nach dem „wahren Helden“ bleibt einem im Gedächtnis. Und man merkt, dass es so gut wie nie einfach nur Gut und Böse gibt. Meistens gibt es nämlich zwei Seiten ein und derselben Geschichte. In diesem Sinne: Eyecatcher ist kein reines Kinderstück – es ist geeignet für alle Altersgruppen, denn wir alle sollten unsere moralischen Ideale hin und wieder hinterfragen.