Preview - Die sieben Todsünden und Zaubernacht

Montag, 8. Oktober 2012

Ein Pressegespräch der besonderen Art fand heute im Unteren Vestibül der Linzer Kammerspiele statt. Very special Guest: Marianne Faithfull!

Bei der heutigen Pressekonferenz verkündete Intendant Rainer Mennicken, dass die Ballett-Premiere aufgrund einer Erkrankung des Ballettdirektors Jochen Ulrich ohne diesen stattfinden muss. "Wir sind eine solidarische Gemeinschaft am Theater und haben die Arbeit an Die sieben Todsünden und Zaubernacht in Jochen Ulrichs Sinne weitergeführt",  so Mennicken. Ulrich hatte bereits vor über einem Jahr mit den Arbeiten an diesem Ballettabend begonnen, "diese Linien, die er vorgegeben hat, wurden durch das Team weitergezeichnet", erklärt Intendant Mennicken. Die Aufgabe den Abend zu Ende zu gestalten hat Tänzer und Choreograf Fabrice Jucquois übernommen, den eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit mit Jochen Ulrich verbindet.

Für die Besetzung der Sängerin ist dem hochkarätigen Leading-Team aus Bruckner Orchester-Chefdirigent Dennis Russell Davies und Ballettdirektor Jochen Ulrich ein Coup der besonderen Art gelungen: Marianne Faithfull, ihres Zeichens Pop-Ikone, Filmstar, Rockstar-Muse und nicht zuletzt renommierte Weill-Interpretin, wird als „Anna I“ am Landestheater Linz zu erleben sein. "Es ist eine exorbitante Sache, dass sie für die Proben und die Vorstellungen zur Verfügung steht", freut sich Mennicken.

Einmal mehr war Bruckner Orchester Chefdirigent Dennis Russell Davies der Kontaktmann, der Faithfull vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung in New York City kennengelernt hatte. Nach gemeinsamen konzertanten Auftritten mit dem Bruckner Orchester Linz, markiert das Ballett Die sieben Todsünden die erste szenische Zusammenarbeit. "It's a dream come-true", schwärmt Marianne Faithfull im Rahmen des Pressegesprächs.

Auf die Frage was ihre persönliche „Todsünde“ sei, sagt sie: „Pride“, der Stolz. „After I got busted by the FBI and the MI 5 [Marianne Faithfull stand in den 1970ern wegen Drogenbesitzes unter Verdacht; Anm.], I needed pride to come back, to get better and better and to accomplish what I wanted”, reflektiert sie. Über die Produktion und ihre Zeit am Landestheater Linz: “The cast, Fabrice Jucquois, Gottfried Pilz, the orchestra - everybody is wonderful“. Über ihre Figur Anna I:  “I like strong female characters and Anna is a very strong woman - though not always in a nice way.” Über ihr Schwalbentattoo am Handgelenk: „I had it done when I was 19 years old. It means freedom.” Und nervös ist die Lady noch vor jedem Auftritt: “I’m still nervous anytime I go on stage but I think it’s a good thing, because it makes you more alert.” Zu Österreich fällt ihr ein: “I love the culture and the gentleness about Austria.” „Austria is a very friendly and elegant place.“ Und etwas Weltlicher: „And the food!“

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Nachlese „Kaufmann von Venedig“ und „Die Stühle“

Samstag, 6. Oktober 2012

Schlag auf Schlag folgen die Premieren im Linzer Landestheater aufeinander. Zuerst stand am Donnerstag, dem 27. September, Die Stühle von Ioncesco auf dem Programm:

„Großes Theater auf einer kleinen Bühne, reduziert auf zwei hervorragende Schauspieler“, schwärmt Claudia Tröster in der Kronen Zeitung über die „sehenswerte Premiere“. „Die Doyens des Linzer Ensembles, Eva-Maria Aichner und Thomas Kasten, besetzen ihre Rollen mit Überzeugungskraft.“

Mariella Moshammer vom Neuen Volksblatt beschreibt in ihrer Kritik das Stück und seine kleinsten Details: „Nicht die Leere, sondern die Hoffnung bleibt, auch wenn die Alten tot von der Insel baumeln. So führt man absurdes Theater wirklich ad absurdum. Das Premierenpublikum schenkte (…) anhaltenden Applaus!“

„Die Maskenbildner haben gute Arbeit geleistet und das Schauspiel-Duo (…) optisch enorm altern lassen, (…)von unaufdringlicher Schönheit die Wasserspiegelung von Valentin Huber“ lobt Silvia Nagl von den Oberösterreichischen Nachrichten Bühne und Maske. „Verena Koch (…) zeigt eine teils berührende Liebesgeschichte.“

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Am Samstag darauf, dem 29. September, fand die Premiere von Der Kaufmann von Venedig von Shakespeare, Deutsch von Willert, statt. Hier die verschiedenen Meinungen der Kritiker:

Claudia Tröster aus der Kronen Zeitung. „Eine äußerst stimmige Aufführung, die Shakespeares Geist erahnen lässt. Großer Applaus für Regie, Ensemble und Ausstattung!“

Norbert Mayer schreibt in der Presse: „Die Inszenierung beschert einen eigenwilligen Mix modischer Einfälle und schöner Traditionen.“ Novotny und Richter können mit ihren Gags positiv auffallen. „Die Kästchen-Proben sind wie in einem Zaubermärchen inszeniert, das ist gut so.“

Ganz viel Lob erhält das Ensemble von Philipp Wagenhofer im Neuen Volksblatt, der es schön findet, dass Willert „eine komplexe Geschichte auf ihre wesentlichen Elemente fokussiert.“ Bühne und Kostüme werden ausgiebig gelobt und „Thomas Bammer als schwermütiger Antonio und Lutz Zeidler als Rache suchende Shylock sind großartige Kontrahenten“. Es folgen noch weitere positive Bemerkungen über das Schauspielensemble. Gesamt gesehen ist die Inszenierung ein „zeitgemäßes Konglomerat“ und eine „gelungene Interpretation“.

Anerkennungen von Silvia Nagl von den Oberösterreichischen Nachrichten gibt es insbesondere für Barbara Nowotny: „Sie erweist sich wieder einmal als Schauspielerin, die sprachlich als auch darstellerisch mit selbstverständlicher Natürlichkeit zu überzeugen vermag.“ Zusammenfassend meint sie: „Zwei Stunden kurzweilige Spielzeit, in denen viel Kluges und Amüsantes zu hören ist und manch schöne Bilder zu sehen sind.“

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(rice)

Ein gelungener Theaternachmittag mit Engelchen und Bengelchen

Dienstag, 2. Oktober 2012


Mord, Liebe, Tugend und Sündhaftigkeit – bei Rigoletto kollidiert nun alles miteinander und vermengt sich, nicht ganz reibungslos, zu einer nicht so recht unterscheidbaren Masse, in der man kein Gut und ebenso wenig ein absolutes Böse erkennen kann. Außer Gilda und dem Herzog, Erstere ist das bildhübsche, gläubige und naive Engelchen, der Andere jedoch das negative Gegenstück. Myung Joo Lee brillierte als Gilda, aber auch ihr Bengelchen, Pedro Velázquez Díaz, ging vollkommen in seiner Rolle des Herzogs von Mantua auf. Darüber hinaus darf natürlich eine ganz bestimmte Person, die die ganze Oper prägt, nicht vergessen werden: nämlich Gérard Kim, der seine Aufgabe, den Rigoletto darzustellen, mit Bravour meisterte.
Die Musik, bekannt aus der Werbung, deren Melodien uns tagtäglich umspielen und sich somit unbemerkt in unser Gehör einschleichen, verzaubert durch gefühlvolle und herzzerreißende Klänge, die die Sonne ins Herz scheinen oder genauso ein Gewitter über das Geschehen senken lassen.
Dies alles spielt letztendlich zusammen und lässt zu dem Schluss kommen, dass es wahrlich mehr als nur gelungener Theaternachmittag war. Daumen hoch!
Jackie McNichol

Preview – „Theatersport“ und „Stella“

Montag, 1. Oktober 2012

Es ist Herbst und die Premieren schießen am Landestheater Linz derzeit aus dem Boden wie die Schwammerl. Kommenden Samstag, 6. Oktober heißt es Anpfiff für Theatersport -  Impro-Theater mit dem u\hof: Theater für junges Publikum und Landestheater Schauspielern in den Kammerspielen. Am Folgetag wird Stella, eines von Goethes frühen Werken im Eisenhand aufgeführt. In den Presseinformationsgesprächen verrieten die künstlerischen Leitungsteams schon allerhand  Hintergrundinfos:

Spontan sein ist alles! Und deshalb eröffnet u\hof: Chef John F. Kutil die u\hof: Theater für junges Publikum-Saison mit der Improvisations-Show Theatersport. "Wir spielen klassischen Theatersport mit zwei Mannschaften, die gegeneinander antreten im Improvisieren", so Kutil, der selbst als "Urgestein" in diesem Theatergenre gilt und seit mehr als einer Dekade in verschiedenen Impro-Kollektiven mitgewirkt hat. Ein Argument Theatersport auf den Spielplan zu setzen war, "eine Impuslveranstaltung für diejenigen zu sein", die noch nicht mit dieser speziellen Form von Bühnenshow in Berührung gekommen seien.

Auf der Bühne stehen die vier u\hof: Ensemblemitglieder Sabrina Rupp, Markus Pendzialek, Wenzel Brücher und - neu im Team - Katharina Stehr. Mit dabei sind auch Angela Šmigoc und Manuel Klein aus dem Schauspiel-Ensemble. John F. Kutil: "Beim Theatersport sind dieselben Theatergesetze einzuhalten um zu einer guten Szene zu kommen." Improvisation sei ein "gutes Handwerkzeug für jeden Schauspieler", spricht der Regisseur und Schauspieler aus eigener Erfahrung.  Das Um und Auf dabei sei, dass man "wach ist für den Moment und den Partner auf der Bühne" - sei es nun der Pianist, der die Show begleitet oder die Co-DarstellerInnen.

Dido Victoria Sargent konzentriert sich bei der Ausstattung auf das zusammengesetzte Substantiv "Theater-Sport". So erinnert die Bühne an einen Sportplatz inklusive Show-Vorhang und die Kostüme sind eine Mischung aus Sportklamotten und Abendgarderobe.

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Viel Lärm um Stella.  Mit Stella steht eines von Goethes frühen Stücken auf dem Spielplan des Landestheaters, verfasst in Frankfurt vom damals noch als Anwalt tätigen Johann Wolfgang. Mit seinem unkonventionellen Vorschlag einer Ehe zu dritt hatte das Stück zu seiner Entstehungszeit 1775 große Wogen der Empörung geschlagen. "Aufführungstauglich" wurde es erst 30 Jahre später 1805 in Weimar, als Goethe auf Anraten Friedrich Schillers, den Schluss zur Tragödie umschrieb.

Regisseur Johannes von Matuschka zieht in seiner Inszenierung "den Fokus eng und dicht und versuche die Figuren dem Zuseher sehr nahe zu bringen". In dieser intimen Situation, die die kleine Bühne des Eisenhand begünstigt, will von Matuschka eine "Sensibilisierung der Sinne" schaffen. Dabei verlässt er sich nicht allein auf die expressive Sprache, von der das Stück lebt, sondern hat einen "Geräuschemacher" engagiert, der dem Publikum sozusagen Ohren machen soll. Eben dieser, Max Bauer, Mitglied einer vom Aussterben bedrohten Zunft, hilft das "Hören im Bühnenerleben zu schärfen und neu zu entdecken".

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Nachlese Die Jüdin von Toledo

Donnerstag, 27. September 2012

Klassischer Saisonauftakt im Schauspiel: Grillparzers Die Jüdin von Toledo erntete viel Beifall in Peter Wittenbergs Inszenierung. Die Pressestimmen klangen wie folgt:

Die letzten Worte zuerst: „Zweieinhalb kurzweilige, auch spannende und amüsante Stunden mit Grillparzer“, so resümiert Silvia Nagl in den OÖN. Peter Wittenbergs Inszenierung sei „nicht pathetisch deklamiert, sondern mit Emotion, Feuer, Tempo... der sprachlich sehr schöne ... Stil Grillparzers in einem deutlichen, gut verständlichen Sprachrhythmus verstehbar gemacht.“ Henriette Schmidt sei „Idealbesetzung der Jüdin Rahel.“ „Perfekt auch Markus Subramaniam“, „beeindruckend die Musik von Wolfgang Siuda.“

„Ein kluges Statement zur Gegenwart“, nennt es Peter Klimitsch in der OÖ Krone. „Fulminanter Schauspielauftakt im Theaterherbst“, setzt er noch das Sahnehäubchen drauf. Darstellerisch und optisch findet er „Das Ensemble, in den reduzierten Kostümen von Alexandra Pitz geschickt bezeichnet,“ zeige „betörende Leistungen.“ Oh lala! Summa summarum habe man: „nicht nur ... einen bedeutenden Beitrag zur Grillparzer-Interpretation“ geleistet: „Der Abend ist kurweilig!“

Andreas Hutter legt im Neuen Volksblatt das Hauptaugenmerk auf die DarstellerInnen: Markus Subramaniam bringe die „Zerrissenheit zwischen Intellekt und neu erwachter Genussucht intensiv und überzeugend zum Ausdruck“. Und „komdödiantisches Talent“ lege er dabei auch noch an den Tag. „Ausgezeichnet: Christian Manuel Oliveira und Sebastian Hufschmidt - beide mit wunderbarer Diktion gesegnet.“ Detto Stefan Matousch, der über „letztere“ auch verfüge. Katharina Vötter fand er im Schlussmonolog „berührend“.

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Preview Die Stühle

Dienstag, 25. September 2012

Nehmen Sie Platz!

Setz’ di her, samma mehr. Sei ned zwider, setz’ di nieda! Beim Pressegespräch zur nächsten Schauspiel-Premiere Die Stühle fand sich das Leitungsteam gleich mitten im „Absurden Theater“. Dramaturg Franz Huber ging durch die anfangs noch leeren Stühle und begrüßte die „imaginären“ Gäste der heimischen Linzer Medienlandschaft. Bis sich dann gottlob die realen Journalistinnen zum Presseinformationsgespräch einfanden.

Bei der Uraufführung vor 70 Jahren blieben die Sessel bei Die Stühle tatsächlich leer, was einer gewissen Komik nicht entbehrt. Denn immerhin handelt das Stück von einem alten Ehepaar, das sich Gäste eingeladen hat, die in Wirklichkeit gar nicht existieren. Bei Dichterkollegen war Ionescos Farce von Semiramis und Poppet allerdings hochangesehen. Jean Anouilh tönte gar, dies sei „die neue Form des Theaters“.

Am Donnerstag, 27. September hat das Stück in der Regie von Verena Koch Premiere. Klarerweise zwei Traumrollen für unsere Doyenne Eva-Maria Aichner und Doyen Thomas Kasten!

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Nachlese Rigoletto

Montag, 24. September 2012

La donna è mobile! Am vergangenen Samstag, 22. September 2012 feierte das Landestheater Linz mit Rigoletto seinen Saison-Einstand. Die Neu-Inszenierung von Giuseppe Verdis Blockbuster übernahm Hausherr Rainer Mennicken. Das Publikum war völlig hingerissen, was sich in einer 10-minütige Applaus-Kaskade entlud.
„La stampa è mobile“ - die Presse ist launisch und natürlich subjektiv, aber diesen Mega-Beifall konnte keiner der strengen Kritiker verschweigen:

„Glanzvolle Eröffnung“, „Rainer Mennicken bescherte eine kraftstrotzende Inszenierung“, ist etwa Balduin Sulzer von der OÖ Krone voll des Lobes. Von einer phasenweise „überwältigenden Opern-Dramatik“ steht da und das „fesselnde Bühnenbild von Stefan Brandtmayr und die sehenswerten Kostüme von Cornelia Kraske“ haben auch „pure Augenweide vermittelt.“ Ingo Ingensand am Dirigentenpult trifft „stets ins Schwarze“, Herrenchor „hohes Niveau“, Vokalsolisten „exzellent“. - Was will man mehr?

In den Salzburger Nachrichten heißt es salbungsvoll: „Die Premiere von Rigoletto wurde vom Publikum einhellig bejubelt“. „Vorzüglich besetzt sind die drei Hauptpartien: Gérard Kim als Rigoletto, Pedro Velázquez Díaz als Herzog und Myung Joo Lee als Gilda mit strahlendem Sopran, sicherer Höhe und berührender Rollengestaltung.“

Georg Höfer spricht im Neuen Volksblatt Rainer Mennickens Inszenierung „Stil und Format“ zu. Bühnenbild und Kostüme nennt er „atmosphärisch und überzeugend“. Ingo Ingensand habe „aufmerksam und stilsicher für den flüssigen Ablauf“ gesorgt. Rigoletto Gérard Kim besitze „einene kräftigen, klangvollen Bariton, der allen Anforderungen dieser komplexen Partie gerecht wurde.“

Und auch Meister Wruss musikalischer Chefkritiker der OÖN musste eingestehen: „Vielbeklatscht startete die letzte Opernsaison des Linzer Landestheaters im Großen Haus.“ Zu den SängerInnen: „Gérard Kim war ein schauspielerisch überzeugender Rigoletto...“ mit „sehr intelligent geführter Stimme“. „Myung Joo Lee blühte bei „Caro nome“ sehr überzeugend auf und wuchs Ton zu Ton zu einer sehr überzeugenden Gilda“. „Melih Tepretmez steckte viel überzeugende Kraft in den Monterone.“ „Martha Hirschmann begeisterte mit wohldosierter Stimme und ansprechendem Spiel“.

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Preview – „Die Jüdin von Toledo“ und „Rigoletto“

Dienstag, 18. September 2012



Die ersten beiden Premieren stehen bereits in den Startlöchern: Grillparzers Die Jüdin von Toledo und  Verdis Klassiker Rigoletto werden am Linzer Landestheater den Herbst abwechslungsreich gestalten! Bei den Pressegesprächen wurde schon vorab so einiges verraten:

Am 12. September outeten sich Chefdramaturg Franz Huber und Regisseur Peter Wittenberg als riesige Grillparzer-Fans und erklärten, warum sie sich an das eher weniger gespielte Stück heranwagen. Franz Huber dazu: „Es ist kein klassischer Grillparzer, steht aber trotzdem auf dem Spielplan, weil es die zerrissene Figur des Alfonso, den König von Kastilien und seine verboten Liebe zur Jüdin zeigt.“ Dass dieser „Kindkönig“ auch moderne Charakteristika aufweist, bestätigte Peter Wittenberg: „Er ist der König der Schmerzvermeidung und musste seine Kindheit und Jugend dem Reich opfern.“ Augenzwinkernd fügt er hinzu: „William löst das zum Beispiel anders als Harry!“ Nach einem intensiven Gespräch ist die Vorfreude und Neugier auf das Stück mit Triebstau und innerer Wut Grillparzers besonders groß. Ein Trauerspiel aus dem Jahre 1851, in dem das Opfer nicht immer gut, und der Täter nicht immer automatisch böse sein muss, mit um 1195 spielender Handlung, Aktualität zu verpassen, kann nur neugierig auf mehr machen!

Premiere am Sonntag, 23. September 2012 in den Kammerspielen
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Die Oper Rigoletto knüpft in groben Zügen hinsichtlich Übermut, Königshäuser, Mord und Tragik thematisch an Die Jüdin von Toledo an. Regisseur und Intendant Rainer Mennicken erfüllt  sich damit einen Kindheitstraum, Verdis „Blockbuster“ inszenieren zu dürfen. Jahrelang vom Narr mit dem Buckel begleitet und den Gesängen von Dietrich Fischer-Dieskau im Ohr, konnte er sich nun endlich dem Vater-Tochter-Konflikt annehmen. Mit der musikalischen Unterstützung von Ingo Ingensand sowie Stefan Brandtmayr (Bühne), Cornelia Kraske (Kostüme) und Wolfgang Haendeler (Dramaturgie) konnte schon beim Pressegespräch nichts schief gehen und ein Blick auf die Produktion geworfen werden. Die Zeitlosigkeit steht auch hier im Mittelpunkt, was die Kostüme auf hohem ästhetischem Niveau unterstreichen sollen. Es erwartet uns ein völlig neuer Rigoletto („Hat’s mit Sicherheit noch nie gegeben!“ – Rainer Mennicken), wobei Kostüme, Bühnenbild und die allbekannte Musik miteinander einen schönen sinnlichen und starken Eindruck ergeben sollen. Die mindestens doppelt besetzten Rollen werden jede für sich „spannend, empfehlenswert ABER unterschiedlich sein“, gibt Ingo Ingensand einen Vorgeschmack und vielleicht auch einen kleinen Wink, sich das Stück mehr als nur einmal zu Gemüte zu führen.

Premiere am Samstag, 22. September 2012 im Großen Haus
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(rice)

Das neue Musiktheater - Höhepunkte der Eröffnungswochen

Montag, 18. Juni 2012

Das Landestheater Linz feiert im April 2013 die Eröffnung seiner neuen Spielstätte am Volksgarten mit einem umfangreichen Programm. Wir informieren schon jetzt über die Highlights!

Höhepunkte der Eröffnungswochen

11. April 2013
Festakt zur Eröffnung des Musiktheaters am Volksgarten
Mit Übertragung auf den Vorplatz.

11., 13. und 14. April 2013 
Ein Parzival (Uraufführung)
La Fura dels Baus, die weltberühmte katalanische Künstler­gruppe, präsentiert ihre Vision der Suche nach dem heiligen Gral – zu Musik von Richard Wagner.

12. April 2013
Spuren der Verirrten (Uraufführung)
Philip Glass’ neue Oper nach dem Stück von Peter Handke.
Eine Menschheits-Sinnsuche, die alle Kunstsparten des Landestheaters gemeinsam unternehmen.

13. April 2013
Die Hexen von Eastwick (Österreichische Erstaufführung)
Musical­-Welterfolg nach dem Roman von John Updike und dem Film mit Cher, Michelle Pfeiffer, Susan Sarandon und Jack Nicholson.

14. April 2013
Campo Amor
Jochen Ulrichs umjubelter Ballettabend, neu eingerichtet für die große Bühne.

Seven in Heaven (Uraufführung)
Showtime mit dem Musicalensemble des Landestheaters Linz.

15. April 2013
Der Rosenkavalier
Die Komödie für Musik von Richard Strauss mit internatio­nal gefeierten Gastsolisten: Kammersänger Kurt Rydl gibt den „Ochs“, Anne Schwanewilms die Marschallin.

17. April 2013
The Kruder & Dorfmeister 2013 Live Experience
Feat. Visuals by Fritz Fitzke
(Uraufführung)
Kruder & Dorfmeister werden anlässlich der Veröffent­lichung ihres neuen Albums eine brandneue, audio­visuelle Live­-Show präsentieren.

20. April 2013
Das Lied von der Erde
Der sinfonische Liederzyklus von Gustav Mahler in Starbe­setzung: Anna Larsson (Altistin) und Stephen Gould (Tenor).

21. April 2013
Max’n’Morizz feat. TEXTA (Uraufführung)
Ein RitzeRatze­-BilderBuch-­MusikTheater-­Abend mit der österreichischen HipHop­Band TEXTA in sieben Streichen frei nach Wilhelm Busch.  

7. Mai 2013
Nederlands Dans Theater
Das legendäre Tanztheater aus Den Haag zum ersten Mal in Linz! Mit Choreographien von Paul Lightfoot und Sol León sowie von Alexander Ekman, dem schwedischen Shooting­star der internationalen Choreographenszene.

9. Mai 2013
Ein deutsches Requiem
Johannes Brahms’ „protestantisches“ Requiem mit Hellmuth Rilling am Pult und zwei herausragenden Solisten: Letizia Scherrer (Sopran) und Adrian Eröd (Bariton). 

12. Mai 2013
Opernmaschine (Uraufführung)
Ein Musiktheater als „radikal anti­-illusionistisches Maschi­nen­-Spektakulum“ von Peter Androsch, Philipp Olbeter und Roland Olbeter; inspiriert durch den Installations­-Film Der Lauf der Dinge der Schweizer Medienkünstler Peter Fischli und David Weiss.

25. Mai 2013
Romeo und Julia
Choreographische Neuinterpretation von Sergej Prokofjews Ballettklassiker nach William Shakespeare durch Jochen Ulrich und das Ballett des Landestheaters Linz. 


Tage der Künste

14. April  2013
Tag der Offenen Tür
Führungen auf und hinter die Bühnen, Einblicke in Magie und Maschinerie der Theatertechnik.

21. April 2013
Tag der Stimmen
Vom Ständchen bis zur Pop-­Revue, vom Madrigal zum Donner­hall: der Opernchor als Protagonist und Gastgeber für Chöre und Vokalensembles aus Linz und Oberösterreich.

28. April 2013
Tag der Klänge
Bis die Wände wackeln: Das Bruckner Orchester Linz lädt musikalische Ensembles ein zu einem Konzertprogramm von Klassik bis Jazz, vom Schlagzeug bis hin zur vielstimmig orchestrierten Formation.

5. Mai 2013
Tag des Tanzes / Österreichische Tanzgala
Mit Ballett­ und Tanzensembles bzw. ­formationen aus Linz und ganz Oberösterreich, eingeladen vom Ballett des Landestheaters. Zum Abschluss: Tanz­-Benefiz-­Gala mit dem Ballett des Landestheaters & special guests.

12. Mai 2013
Tag der Texte
Vom Dialog bis zum Sprechchor, vom Minidrama bis zum Komödienfinale – dramatische, literarische Texte; Autoren und Sprach­-Performer entern das Musiktheater.

14. Mai 2013 
Ernte Dank Gala
Ein Benefiz­-Konzert des Vereins der Freunde des Linzer Musiktheaters in Zusammenarbeit mit dem Bruckner Orchester und dem Landestheater. Das jahrelange Ringen um das neue Musiktheater war erfolgreich – die Mühen haben sich gelohnt.

1. Juni  2013
Tag der jungen Bühne
Mit Theater­-AGs und Theater­-Kids und -Twens aus Linz und ganz Oberösterreich, eingeladen vom  u\hof: Theater für junges Publikum.

Das Eröffnungsprogramm als Download

Nachlese Leonce und Lena

Dienstag, 5. Juni 2012

Studierende im Spotlight. Der dritte Jahrgang der Schauspielstudierenden der Anton Bruckner Universität inhalieren bei ihrem Abschlussstück Leonce und Lena von Georg Büchner in der Inszenierung von Verena Koch ordentlich Bühnenluft. Die vielbeklatschte Premiere fand am Samstag, 2. Juni im Eisenhand statt:

Milli Hornegger von der Kronen Zeitung schreibt etwa: „Die wahren Theaterhelden des Abends“ seien Andreas Niederprüm als Valerio und Julia Wachsmann als Gourvernante, die mit „ihrem komödiantischen Talent durch den Abend leuchten“. Eine „Extra-Gutpunkt hat sich Ute Lindenbeck für Bühne und Kostüme verdient.“

Für das Neue Volksblatt war Philipp Wagenhofer vor Ort. „Es gab viel Jubel bei der Premiere für diese Zusammenarbeit mit dem Landestheater Linz.“ Manuel Wagner lege seinen Leonce „verträumt mit einem Schuss Depression an“, Nastasja Winzig sei eine „liebenswerte Lena, die sich glaubhaft ins Leben tastet“. „Julia Wachsmann hat als Gouvernante viele gute Momente“, „Cristina Maria Ablinger komplettiert mit Esprit den Reigen der Rituale“. „Lustig sind die Kostüme von Ute Lindenbeck.“ Und zur Inszenierung: „Berührend ist das Abnehmen der Masken nach der mit „Automaten“ vollzogenen Hochzeit: Leonce und Lena sind ein Paar.“

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