Jekyll & Hyde - Das „oberösterreichische“ Sommermusical

Donnerstag, 28. Juli 2011

Am 28. Juli hebt sich der Vorhang des Großen Hauses für die heimische Musicalproduktion und oberösterreichische Erstproduktion Jekyll & Hyde. Erstmalig kommt es zu einer Zusammenarbeit der OÖ Kultureinrichtungen – Landestheater Linz, Landesmusikschulwerk, Landesmusikdirektion, Anton Bruckner Privatuniversität und MTA (Musical-Theatre Academy). An 16 Abenden wird der gruselige und melodiöse Thriller-Spaß mit arrivierten Solisten und heimischen Publikumslieblingen für wohlige Schauer sorgen.

In der Titelrolle des Jekyll/Hyde Stefan Terdy, vielgereister Musicaldarsteller welcher dem OÖ Publikum mit seinem Jesus in „Jesus Christ Superstar“ 2007 – Bad Leonfelden in bester Erinnerung ist. Ihm zur Seite Susanne Kerbl als Lucy, die neben ihrer umfangreichen Karriere als Musicaldarstellerin seit 2010 als Direktorin der LMS Puchenau auch die Neustrukturierung der MTA in Puchenau leitet. Michaela Christl, gebürtige Linzerin tritt erstmals, nach Erfolgen bei „Rebecca – Theater an der Wien“ auf der Bühne des Landestheaters auf.

Ein Wiedersehen gibt es mit Eugen Victor, der wie kaum ein anderer mit über 2.000 Vorstellungen, die Geschichte des Linzer Landestheaters mit geprägt hatte, sowie mit Jürgen Hirsch, dessen genialer „Conferencier“ in Cabaret für Begeisterung sorgte.

Martin Kiener „Sweeny Todt“ schlüpft in die Rolle des Bischofs und der 17jährige Matthias Trattner, erklärter Publikumsliebling der „Linie 1“, wird den jungen Henry Jekyll verkörpern u.v.m….

Daniel Morales Perez (Choreograph der OÖ Erstproduktion „Song and Dance“ 2010 und Ensemblemitglied des Linzer Landestheaters) zeichnet für die choreographische Umsetzung des Meisterwerkes von Frank Wildhorn.

In den Bereichen des choreographischen und sängerischen Ensembles werden ausgewählte NachwuchskünstlerInnen auftreten.

Die Produktion wurde extra für die Bühne des Landestheaters und erstmals in Oberösterreich konzipiert.

Vorstellungen von 28. Juli (Preview) bis 14. August 2011 im Großen Haus des Landestheaters Linz, jeweils um 19.30 Uhr.  Premiere am 29. Juli 2011, 19.30 Uhr.


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Der Musicalsommer im Landestheater Linz - HAIR

Dienstag, 5. Juli 2011



Let the sun shine in! Das Love-Rock-Musical Hair von Galt MacDermot kommt mit heiß begehrten Hits und einer tollen Show nach Linz. Nach einer umjubelten Premiere im Deutschen Theater in München wird von 5. bis 24. Juli das Große Haus im Flower-Power-Fieber liegen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Gruppe junger New Yorker Hippies, die sich mit Witz und Fantasie gegen das Establishment auflehnen. Das bürgerliche ,Landei‘ Claude kommt neu dazu und fühlt sich sofort von dem charismatischen Berger und seinen Freunden angezogen. Doch er hat gerade seinen Einberufungsbefehl nach Vietnam erhalten. Soll er pflichtbewusst in einen unsinnigen Krieg ziehen?

5. bis 24. Juli 2011 im Großen Haus

Termine & Stückinfo

Uraufführung Du Hitler

Donnerstag, 30. Juni 2011

Kristo Šagos Stück Du Hitler wurde im Rahmen des Theaterfestivals Schäxpir in den Linzer Kammerspielen uraufgeführt und von Presse und Publikum gleichermaßen „geliked“.

Werner Thuswaldner von den Salzburger Nachrichten: „Die vier jungen redegewandten Akteure fragten, was in Hitlers Kindheit und Jugend so schiefgelaufen ist, dass er zu einer fürchterlichen Figur der Geschichte werden konnte.“ Weiters beobachtete er, „die Aufführung stellt unaufdringlich eine Verbindung her zwischen Hitlers Biografie und der Befindlichkeit Jugendlicher von heute. ... An Anstößen zum Nachdenken fehlt es an diesem Abend nicht.“

Karin Schütze von den OÖN konstatiert: „Als souverände Darsteller auf Augenhöhe mit ihrem jungen Publikum shcleudern Katharina Halus, Katharina Wawrik, Bastian Dulisch und Ralf Wegner provokant denkwürdige Fragen in den Zuschauerraum.“

Claudia Tröster von der OÖ Krone: „Spannende Geschichtsstunde“. „Eine Inszenierung (Regie Dana Csapo, Anm.), die nicht ohne Komik ernste Fragen aufwirft und uns zum Nachdenken bringt.“

Christian Pichler schreibt im Neuen Volksblatt: „Fragen nach dem Bösen mit Humor entschärft und zugespitzt. ... Riesenapplaus“

SCHÄXPIR

Uraufführung Rumi – In Flammen

Dienstag, 21. Juni 2011



Die vorletzte Premiere der Saison wurde zum absoluten Triumph!
Rumi – In Flammen bekam am 18. Juni tosenden Applaus vom Publikum und dann auch noch Lorbeeren-Hagel von der Presse – das zeigt man gerne her:

Ditta Rudle von tanz.at schreibt etwa: „Ein gewagtes Unterfangen, beeindruckend und aufwühlend, das, nicht zuletzt durch den musikalischen Einsatz von Reza Mortazavi, das Publikum zum Beifallsstürmen hingerissen hat.“ Stargast Martin Dvorak: „unnachahmlich“. „Anna Sterbova, die die weibliche Hauptrolle tanzt, war am Premierenabend in Hochform.“
Fazit: „Ein Abend, der nur noch durch die geplante Aufführung unter Sternen, auf dem Dach [sic!] des Ars Electronica Centers, überboten werden kann.“

Paul Stepanek für das Neue Volksblatt zeigte sich bereits im Vorspann vollends begeistert von „grandiosen tänzerischen Leitungen und Trommelmusik“. Rumis Botschaft, sich von allen Zwängen zu befreien, trete in den „sehr kunstvoll und akrobatisch getanzten Variationen klar zu Tage“. „Stück, Tänzer sowie Regie wurden heftig akklamiert; der Beifall für Mohammad Reza Mortazavi übertraf alles und alle.“

Silvia Nagl von den Oberösterreichischen Nachrichten hat folgende Worte für den Abend gefunden:
„Packendes Tanztheater, faszinierende Live-Musik: viel Jubel bei der Uraufführung.“ „Langanhaltender Applaus, viele Bravos.“

Auch Milli Hornegger von der Kronen Zeitung bringt es kurz und knackig auf den Punkt: „Das Ensemble ist großartig.“ „Heftiger Applaus!“

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Schauspiel-Premiere Blackbird

Montag, 30. Mai 2011

In den Feuilletons drehte sich am Wochenende alles um das großartig gelungene Regie-Debüt von Sabrina Linda Riedel am Landestheater Linz. Die junge Regisseurin hatte sich für ihren Einstand keine leichte Aufgabe gestellt: Blackbird von David Harrower ist ein packendes Psycho-Duell zwischen der jungen Frau Una und dem in die Jahre gekommenen Ray, die sich gegenseitig mit ihrer subjektiven Sicht der Vergangenheit konfrontieren. Vor 16 Jahren war Una 12 und Ray 38 – und sie hatten ein Verhältnis. Oder war es doch Kindesmissbrauch? Oder etwa Liebe? Unmöglich ein Urteil zu fällen, unmöglich davon kalt gelassen zu werden.

So sieht das auch die heimische Presse und schreibt:

„Regisseurin Sabrina Linda Riedel zeigt viel Gespür bei dieser heiklen Thematik, keine Sekunde kommt Peinlichkeit auf, sie wägt perfekt Sprechgeschwindigkeit und Bewegungen ab, Jenny Weichert zeigt eine großartige, berührende, intensive Darstellung dieser Frau zwischen Wut, Verzweilfung, Nachsicht, Rache und ja, auch Liebe. Joachim Rathke ist der Verlegene, Unsichere, der glaubte, dieses Lebenskapitel abgeschlossen zu haben. Ein intensiver Theaterabend.“ (Silvia Nagl, OÖN)

Andreas Hutter vom neuen Volksblatt lobt bereits im Vorspann „ein eindringlich dargebotenes Kammerspiel des Schotten David Harrower, im Linzer Eisenhand". Auch optisch zeigte er sich sehr zufrieden: Ilona Ágnes Tömö habe „ein authentisches, schmuddeliges Firmen-Hinterzimmer in das Einheitsbühnenbild der Eisenhand gebaut (eine gelungene, willkommene Abwechslung!)."
Letzte Worte: „Ein vielschichtiges, intensives Kammerspiel, dessen fintenreiche Handlung etliche Volten schlägt und Überraschungen bereithält. Vollkommen berechtigter starker Schlussapplaus.“

Milli Hornegger von der OÖ Krone konstatiert, der starke Text trage "zwei starke Schauspieler-Persönlichkeiten durch einen dichten Abend". Dies sei "auch ein Verdienst der blutjungen Regisseurin Sabrina Linda Riedel", die ein stabiles Gleichgewicht schrecklicher Erinnerungen in Szene setzte. Die Schauspieler sind für Frau Hornegger "ein heftig anrührendes Doppel". Das Fazit - mit dem wir voll und ganz d'accord gehen - lautet: "Grandiose Premiere"

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Opern-Premiere Il Trovatore

Dienstag, 17. Mai 2011

Es gibt tatsächlich einfacher gestrickte Opern. Mit klarem Handlungsverlauf, einleuchtendem Plot... Dennoch zählt  Il Trovatore zu den beliebtesten Opern Giuseppe Verdis. Warum, das lässt sich derzeit am Landestheater Linz in der Inszenierung Andreas Baeslers nachvollziehen. Von der trauten Presse-Elite wurde die Premiere am Samstag, 14. Mai sogleich in den Feuilletons verewigt:

Norbert Trawöger von der OÖ Krone, übrigens selbst Musiker, trifft den Nagel auf den Kopf: „ein formidables Sängerteam, ein exzellenter Chor, das Bruckner Orchester wohl disponiert“. Und weiter schwelgt er „Sängerisch beweg sich hier ausnahmslos alles auf sehr ansprechendem Niveau, ob Larissa Schmidt als exaltiert innige Azucena oder Irina Rindzuner als hingebungsbereite Leonora.“ Bei den Herren nennt er Alik Abdukayumov einen „eindringlich“ und einen „veritablen Conte di Luna“ und der Troubadour höchstpersönlich, Pedro Velázquez Díaz, führe seine Stimme „auch in eine süße Kantabilität“. Der Maestro Dante Anzolini modellierte die Oper übrigens laut Trawöger „in atmender und durchsichtig schwingender Agogik“. - Keine Sorge, das zu verstehen gehört nicht zur Allgemeinbildung nach PISA. Agogik bedeutet in der Musik soviel wie „die Kunst der Veränderung des Tempos im Rahmen eines musikalischen Vortrags“. – Also etwas Gutes! Diesem Wink mit dem Stab folgte das Bruckner Orchester indes „nuancenreich und beinahe immer bereit, die dynamisch Skala nach oben und unten auszuloten.“

Paul Stepanek aka pst! vom Neuen Volksblatt scheint ganz happy mit dem „ebenso stilsicheren wie praktibalen Bühnenbild von Hartmut Schörghofer“ gewesen zu sein. Der Rest als kurzer Rap: „ausgezeichnetes Stimmenpotenzial“, „heroischer Einsatz des Dirigenten“, „differenzierende Qualitäten präsentierte der Chor ... bestens einstudiert von Georg Leopold“. Larissa Schmidt bot „eine in ihrer Variabilität des Ausdrucks überzeugende Leistung“, „Rindzuner feierte ein eindrucksvolles Linz-Debüt“, „Der Troubadour Pedro Velázquez Díaz konnte mit der berühmten „Stretta“ punkten“. Fazit: „Eine gelungene Inszenierung“.

Der neue Merker online bringt die Stimmung rüber: „Fast eine Viertelstunde langer, lautstarker Applaus“. Im Detail vermerkte der Merker: Die Inszenierung sei „stringent und sängergerecht“ und halte – jetzt kommt’s – „die komplexen Handlungsfäden sehr verständlich zusammen“. Und Blumen für’s Ensemble. Iurie Ciobanu sei „für den Ruiz eine Luxusbesetzung“, ebenso Myung Joo Lee für Inez. Nikolai Galkin erledigte seinen Ferrando „stimmschön, wortdeutlich und mit der gebührenden Dramatik“. Larissa Schmidt stellte Azucena „mit großer Intensität und sehr schönen lyrischen Passagen“ dar. „Schlichtweg als großartig aber muss man die Leonora von Irina Rindzuner bezeichnen“.

Olé!

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Schauspiel-Premiere Die Ratten

Montag, 16. Mai 2011



Drogen, verwahrloste Kinder, Gewalt und Sex: Gerhart Hauptmann verfasste seinen naturalistischen Klassiker Die Ratten anno 1911.  Zappt man sich heute, exakt 100 Jahre danach, durch das nachmittägliche Fernsehprogramm und die Untiefen des „Unterschichtenfernsehens“ (Harald Schmidt), könnte man versucht sein zu glauben, der deutsche Schriftsteller habe für all diese Milieu-Stückeln namens Reality-TV Pate gestanden. Premiere der Neuinszenierung von Bernarda Horres in den Linzer Kammerspielen war am Freitag, 13. Mai.

Und das vermerkte die Presse:

Steffen Becker schreibt auf Nachtkritik.de „die Inszenierung kokettiert mit dem Unterschichten-Striptease, ohne allerdings in den Sozialporno abzudriften.“  Äußerst lobend erwähnt er „Katharina Hoffmann als kinderstehlende Jette John bewältigt diesen Drahtseilakt am besten.“ Von den Männer setzte auch „Sven-Christian Habich als Ex-Theaterintendant Harro Hassenreuther ein Glanzlicht“.

Silvia Nagl von den Oberösterreichischen Nachrichten hängt sich da gleich an. Sie attestiert Katharina Hofmann eine „souveräne Jette John“, die „zur Knöpferlharmonika poetische Momente“ singe.

Von Anja Jungheinrichs Handwerk „optisch fabelhaftes Einheitsbühnenbild“ zeigte sich Milli Hornegger in der OÖ Kronen Zeitung begeistert. Aus dem Ensemble hebt die Kritikerin „Katharina Hofmann als Übermutter John“ hervor. Respekt zollt sie auch Barbara Novotny als eine „von ihrem Unglück gepeinigte Pauline“, Sven-Christian Habich und Silvia Glogner steuern ihrer Meinung nach „kleine, routinierte Rollenstudien“ bei.

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Ein Arzt für Thomas Bernhard

Dienstag, 10. Mai 2011

Das Landestheater Linz hat zum nunmehr vierten Mal das Thomas Bernhard-Stipendium vergeben. Nach Christoph Nußbaumeder, Johanna Kaptein und Ursula Knoll fiel die Wahl in diesem Jahr auf Thomas Arzt (* 1983 in Schlierbach, Oberösterreich). Der 28-jährige Oberösterreicher konnte sich gegen 60 BewerberInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz durchsetzen.

Der junge Schlierbacher beweist ein Gespür für Themen und Stoffe, die mit der Identität von jungen Menschen verbunden sind, und zeigt bereits am Anfang seiner Karriere ein großes sprachliches Potenzial. Als Jungdramatiker mit Verantwortung für ein junges Publikum will sich Arzt deshalb aber nicht betiteln lassen: „Ich identifiziere mich nicht über Generationen, ich stehe eher für jemanden, der vom Land kommt“, so der Bernhard-Stipendiat in einem Zeitungsinterview.

Thomas Arzt studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Wien und war Gasthörer an der Hochschule für Film und Fernsehen München. In der Spielzeit 2007/08 wurde er zum Autorenförderprogramm stück/für/stück an das Schauspielhaus Wien eingeladen. Sein in diesem Rahmen entstandenes Stück Grillenparz wurde mit dem von der Literar-Mechana gestifteten Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet und im April 2011 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. 2009 erhielt er das Stipendium der Literar-Mechana und 2010 das Dramatikerstipendium der Stadt Wien. Ebenfalls 2010 wurde er zum Dramatikerworkshop des Stückemarkts des Theatertreffens bei den Berliner Festspielen eingeladen.

„Das Theater soll ein Ort sein, wo ein Aufbruch passiert, wo man Lust kriegt zu handeln, es soll politisch Mut machen.“ Außerdem sei jeder Theatervorgang per se politisch findet der junge Autor. „Einfach so Theater machen, das fänd ich feig.“ Derzeit arbeitet Thomas Arzt an einem Stück zum Thema Migration.
Ab Herbst 2011 wird Thomas Arzt in enger Anbindung an das Landestheater Linz an neuen Theaterstücken arbeiten.

Das Thomas Bernhard-Stipendium versteht sich als Förderung von Autorinnen und Autoren, die am Anfang ihrer literarischen Laufbahn stehen. Es bietet die Möglichkeit, finanziell unabhängig während eines dreimonatigen Aufenthalts in Linz – in möglicher Anbindung an das Landestheater – eigene dramatische Texte zu erarbeiten beziehungsweise daran weiterzuarbeiten. Das Stipendium ist mit 5.500 Euro dotiert.

Zeitreisen in den Kammerspielen - Kreise/Visionen

Dienstag, 12. April 2011

Gerhard Willerts Deutschsprachige Erstaufführung von Joël Pommerats Kreise/Visionen am Samstag, 9. April wurde vom Publikum mit heftigem Applaus gewürdigt. Die als „Spurensuche“ untertitelte Revue rast durch die Jahrhunderte und zeigt die aberwitzigsten Momentaufnahmen. Der zweifelnde Ritter; die Aristokraten und ihre Dienstboten; vier Leute, die sich im Wald verirren; ein junger Geschäftsmann, der sich von einer Prophezeiung durcheinander bringen lässt; ein Vertreter, der sich verliebt; ein erfolgreicher Unternehmer als Coach von Arbeitslosen.

Auch die Presse zeigte sich beeindruckt:

Margarete Affenzeller vom Standard hebt die Schauspieler hervor: „Das Linzer Ensemble geht dabei faszinierend kühl vor.“ „Regisseur Gerhard Willert generiert in dieser postdramatischen Gemengelage theatralische Effekte aus der Idee der Zeitmaschine: Durch eine große kreisrunde Linse blickt das Publikum auf die wechselvollen Geschehnisse;“

Margret Czerni für das Neue Volksblatt lobt Willerts „kongeniale Übersetzung“ und befindet: „mit Esprit inszeniert“. Das Auge „isst“ bei Frau Czerni definitiv mit: „Einmal mehr überrascht Alexandra Pitz mit einer traumhaften Bühne“. Und ihre innere Uhr schien auch ganz daccord: „In gut bemessenem Timing – die Aufführung, die an Dichte nichts zu wünschen übrig lässt, ... – eilen die Protagonisten ... durch ihre Jahrhunderte über die Bühne. Bleibt nur zu sagen: „Das Publikum zeigte sich Samstagabend ... – heftig applaudierend – sehr beeindruckt von der Aufführung. Auch vom Leading Team!“

Claudia Tröster von der OÖ Krone genoss mit allen Sinnen: als „Fest für die Augen“ beschrieb sie das Bühnebild; Musik (Wolfgang ‚Fadi’ Dorninger“ und Lichteffekte (Helmut Janacs) führte sie als „ das Ambiente unterstützend“ an. Außerdem ist Frau Tröster der Meinung, dass es eine „Gelegenheit für Eva-Maria aichner, Bettina Buchholz, Katharina Vötter, Jenny Weichert, Björn Büchner, Thomas Kasten, Klasu Köhler, Peter Pertusini, Joachim Rathke und Lutz Zeidler“ sei, „all ihre schauspielerischen Facetten zu zeigen“. – Absolut!

„Rundum geglückt“, „lorbeert“ Silvia Nagl bereits im Vorspann der OÖN-Kritik. In Pommerats Vorlage sei „Philosophie intelligent geppart mit Humor, Historie mit Geschichten, Zeitenwechsel und Zeitenwenden“. Willerts Umsetzung findet sie „in jeder Hinsicht überzeugend“. Die Charaktere „genau entwickelt und geführt“, die Inszenierung „ruhig und zugleich flott“. Das Räderwerk funktioniert: „Und es macht auch Freude, dieses perfekt ineinandergreifende Spiel von Regie, Schauspiel, Bühnenbild, Musik, Lichtdesign und auch Maske und Kostüm hinter der Bühne zu beobachten“. Schlussplädoyer: „Ein Stück zum Mitdenken, Nachdenken, Weiterdenken. Spannend bis zur letzten Minute und darüber hinaus.“ – Six thumbs up.

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u\hof:-Premiere im Eisenhand - Werther

Des einen Leid, des anderen Freud: WERTHER litt und das Publikum liebte es.

Am Freitag, 8. April 2011 präsentierte sich der u\hof: mit Werther im Eisenhand. Regisseur Karsten Dahlem, er gewann im Vorjahr den Theaterpreis Stella für seine Inszenierung von Moby Dick, hat ein Faible für die großen Stoffe der Weltliteratur. Mit Goethes Werther erfüllte er sich einen langgehegten Wunsch. Für die Eisenhand Bühne und das Publikum ab 14 erarbeitete er eine 60 minütige moderne Fassung für zwei Schauspieler. Ein Konzept, das voll und ganz aufging. Darüber war sich auch die Presse einig:

„Genauso stellte man sich dieses tragische Paar in der Schulzeit vor“, formuliert Jasmin Gaderer von der OÖ Krone ihr Fazit.
Philipp Wagenhofer vom Neuen Volksblatt attestiert dem Regisseur „eine wunderbare Mischung“ gefunden zu haben, „die Achterbahn der Gefühle nicht dem Klamauk zu opfern“. Spritzig und trotzdem werktreu: „Er hat sie einfühlsam umgesetzt, verzichtet auch nicht auf heftige Worte und humorvolle Momente, aber eben in jener Dosis, die keine Verrat übt am Thema „Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt“. Katharina „Lotte“ Halus und Bastian „Werther“ Dulisch nennt Wagenhofer „beeindruckendes Duo“. Dulisch: „Melancholie und Überschwang, er hat diese Dingedrauf“. Halus: „Und seine Angebetete, ... , ganz überzeugend in ihrem Dilemma gezeigt ...“

Silvia Nagl von den OÖN schien sich sogar darüber gefreut zu haben, dass es sich hier um den Werther „nach“ Goethe und nicht „von“ handelt: „... bleibt klar, worum es geht – und das eindringlicher als auf hunderten Buchseiten.“ Und ihrer Meinung nach hat dieses Stück sogar das Potenzial, Leute zur Literatur zu führen: „Diese kurzweilige, mit viel Musik aufgepeppte 60-Minuten-Inszenierung hat Witz und könnte durchaus beitragen, auf mehr Goethe neugierig zu machen.“ – Ganz Ihrer Meinung, Frau Nagl.

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