Schauspiel-Premiere Die Räuber

Montag, 17. Januar 2011



Am 15. Jänner 2011 ritten Friedrich Schillers DIE RÄUBER in der Inseznierung von Gerhard Willert mit großem Getös' (Musik von Wolfgang Fadi Dorninger) ins Große Haus ein.

Hier sind die ersten Pressestimmen des Premieren-Abends:

Salzburger Nachrichten, Werner Thuswaldner
Große Monologe werden gehalten, und es ist spannend, Schillers Gedanken zu folgen, die wie aus einem Dampfkessel unter Überdruck zu kommen scheinen. Franz, der intrigante, böse von den beiden Moor-Brüdern, hält große Reden, mit denen er sich ans Publikum wendet. Und Amalie, die einzige Frau im Stück, kommt mit überaus starker Präsenz zur Geltung, wenn man sie, wie es in dieser Inszenierung geschieht, ausreden lässt und nicht an den Rand drängt.
Willert arbeitet Spannungen und Gegensätze klar heraus. Peter Pertusini tut sich als Kanaille Franz besonders hervor. Katharina Vötter als Amalia hat das Zeug zur Tragödin.

Neues Volksblatt, Andreas Hutter
In hübschen historischen Kostümen mit romantischem Touch (Alexandra Pitz)
beließ sie der Regisseur in ihrer Zeit, selbst der biedermeierliche Sprachduktus blieb erhalten. Ein Thron steht für das Moorsche Schloss, den Wald der Räuber lässt Pitz stimmungsvoll als stilisierte Hintergundprojektion samt Möglichkeit zum Schattenspiel erstehen.

Oberösterreichische Nachrichten, Silvia Nagl
Sensationell die Musik von Wolfgang "Fadi" Dorninger: Da ist alles drin an Emotionen, die in diesem Stück zuhauf vorkommen - vom Schmachtfetzen über den "Tatort"-Mordankünder bis hin zur naturalistischen Geräuschkulisse. Die vielen Szenenwechsel werden wie kleine, feine Musik-Geschichten gestaltet und nehmen vorweg, was denn nun kommen werde.
Wenn zu wilden Klängen die Räuberbande - als Schattenrissfiguren im Wald ein wunderschönes Bild! - ein derbes Lied singt, (...): eine Art Musical, bei dem sich vor allem Katharina Vötter als Amalia hervortut, die stimmlich eine beeindruckende Performance hinlegt – (...). Überzeugend im engagiert spielenden Team ist Peter Pertusini als Franz Moor, (...), der zu vermitteln vermag, dass das Böse eben auch im freundlichen Nachbarn von nebenan schlummern kann. Die Kostüme hat Alexandra Pitz mit Eleganz und toller Farbabstimmung gestaltet.

OÖ Krone, Milli Hornegger

Die beiden Moorbrüder sind als jugendlich überhitzte Gegenspieler angelegt: Markus Subramaniam gibt einen beinahe kindlich-aufgeregten Karl, den verstoßenen Sohn, der sich als Robin Hood versucht. Peter Pertusini ist der wortgewaltige, intrigante Franz. Die Kanaille, der als letzter Ausweg nur der Selbstmord bleibt. Buchstäblich zwischen den beiden Brüdern steht und spricht und spielt Katharina Vötter als erstarkte Amalia. Sie beglückt (...), wenn sie zur Musik von Wolfgang Fadi Dorninger singen darf. Karls Räuberbande ist mit Aurel von Arx, Manuel Klein, Georg Bonn, Julian Sigl und Björn Büchner hervorragend besetzt.

Stückinfo und Termine

Opern-Premiere Lakmé

Dienstag, 21. Dezember 2010

Am 18. Dezember 2010 feierte die Oper Lakmé von Léo Delibes Premiere im Großen Haus. Das Werk ist auf deutschsprachigen Bühnen ein eher seltener Gast. Dabei dürfte zumindest eine Melodie auch jenen geläufig sein, die von dieser Oper noch nie gehört haben. Das sogenannte „Blumenduett“ zwischen Lakmé und Mallika ist in zahllosen Filmen und Werbespots wegen seiner einschmeichelnden, wiegenden Melodie verwendet worden. Höchste Zeit, die ganze Oper des Komponisten von Coppélia kennenzulernen.

Hier die ersten Pressestimmen:

OÖ Krone – Fritz Hinterdorfer
Zu einem großen musikalischen Erfolg geriet die Opernpremiere von Léo Delibes' "Lakmé" am Linzer Landestheater. Die Publikumszustimmung für die musikalische Darbietung von Protagonisten und Orchester sowie Theaterchor war enorm und lang anhaltend.
Die beiden Hauptdarsteller Mari Moriya als Lakmé und Jacques le Roux als Gérald wurden ebenso wie das Bruckner Orchester enthusiastisch gefeiert.
Großartig verkörpert wird Lakmé von Mari Moriya mit sagenhaft klarer und ausdrucksreicher Sopranstimme. Jacques le Roux (Gérald) war ein stimmlich fundierter, heldenhafter Tenor, (...) Seho Chang setzte als Vater seine dramatische Baritonstimme mächtig ein. Giulio Alvise Caselli, Elsa Giannoulidou, Myung Joo Lee, Rusmir Red¸i , Katrin Adel und Karen Robertson verkörperten die wichtigen Nebenrollen.
Die sensible musikalische Leitung des Bruckner Orchesters hatte Alexander Drar mit großem Gespür für die Sänger in seinen Händen.


Neues Volksblatt – Paul Stepanek
Landestheater Linz entstaubt die unterschätzte Oper „Lakmé“und verhilft Léo Delibes' Musik zu neuem Leben.
Naturgemäß ragte aus dem Solisten-Ensemble die Rolle der Lakmé heraus, die von der Japanerin Mari Moriya überzeugend, die artistischen Koloraturen sicher bewältigend gestaltet wurde. Im Blumenduett fand sie in Elsa Giannoulidou eine verlässliche Partnerin. Seho Chang als meist geifernder Nilakantha ließ seinen Bassbariton eindrucksvoll dröhnen.
Fazit: Alles in allem ein geglückter Befreiungsversuch für die unterschätzte Oper „Lakmé“, ansehens- und hörenswert umgesetzt.


OÖN – Michael Wruss
Die japanische Sopranistin Mari Moriya war eine Idealbesetzung für die schwierige, nicht immer dankbare Partie der Lakmé. Sowohl in den lyrischen Passagen konnte sie mit einer veritablen Pianokultur begeistern, als auch mit den virtuosen Koloraturen in der "Glöckchenarie". Dazu kam ein fabelhaftes Spiel. Im Duett mit ihr ebenso fein musizierte Elsa Giannoulidou als Mallika. Der erst 29-jährige Tenor Jacques le Roux begeisterte in der Partie des Gérald, überraschte mit erstaunlicher Höhensicherheit, fein phrasierten lyrischen Bögen und viel musikalischem Grundgefühl. Sublim war auch Myung Joo Lee in der kleinen Rolle der Ellen. Stimmgewaltig und präsent Seho Chang als Nilakantha. Giulio Alvise Caselli hinterließ einen sehr guten Eindruck in der szenischen und musikalischen Gestaltung des Frédéric.

Stückinfo & Termine

Uraufführung im u\hof:
Ente, Tod und Tulpe

Wolf Erlbruchs bezauberndes Bilderbuch Ente, Tod und Tulpe schildert die schicksalhafte Begegnung einer Ente mit dem Tod, der gekommen ist, um sie zu holen. Statt kurzen Prozess zu machen, freunden sich der Sensenmann und seine nächste „Kundin“ jedoch an. Regisseurin Nora Dirisamer hat das Bilderbuch in ein Stück für Menschen ab sechs Jahren verwandelt. 

Die Pressestimmen zur Uraufführung am 17. Dezember 2010 im u\hof:

 OÖ Krone – Claudia Tröster
(...)  Ein ernstes Thema, Leben und Sterben, wird im Stück "Ente, Tod und Tulpe" im Linzer
u\hof:, dem Theater für junges Publikum, auf unterhaltsame und doch berührende Weise für Kinder ab sechs Jahren abgehandelt. Humor und Poesie gehen dabei Hand in Hand.
Der Tod (Ralf Wegner) ist gekommen, um die Ente (Katharina Wawrik) abzuholen. Doch zuerst zeigt ihm sein quietschlebendiges Opfer noch, wie schön das Leben ist. Wolf Erlbruchs "Ente, Tod und Tulpe" ist so berührend wie unterhaltsam - auch für Erwachsene! Nora Dirisamer, früher selbst Schauspielerin im u\hof:, ist als Regisseurin zurückgekommen und hat das Stück nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Wolf Erlbruch adaptiert und inszeniert. (...) Der Charme der Handlung findet sich aber im Original. Und liefert den beiden Schauspielern Katharina Wawrik und Ralf Wegner Raum für Pantomime und Spielvergnügen. Bühne und Kostüme von Jan Hax Halama sind eine Freude für das Auge. Halama gelingt es auch, das junge Publikum zum Greifen nahe an das Geschehen heranzuführen. Ein philosophischpoetischer Abend, der auch Erwachsene ganz bestimmt in seinen zauberhaften Bann ziehen wird.

OÖN – Peter Grubmüller
Theaterstücke für Menschen ab sechs Jahren haben nicht nur die Leichtigkeit und alles Sonnige abzubilden. Sondern auch, was sonst noch auf uns wartet - Abschied, Trauer, Tod. Das Stück von Regisseurin Nora Dirisamer nach dem wunderbaren Buch "Ente, Tod und Tulpe" von Wolf Erlbruch führt das Publikum behutsam wie humorvoll an das traurige Ende heran und ermöglicht die Versöhnung mit dem Unerbittlichen.
Auf der fein ausgetüftelten Bühne von Jan Hax Halama (ein Bach aus kleinen, blauen Bällen mündet im Ententeich) gibt Ralf Wegner dem Tod nie ein dämonisches Gesicht, sondern eine zögerliche Verführbarkeit, bis dieser am Ende alles gemeinsam Erlebte nachempfindet. Katharina Wawrik kreiert eine kecke, unbedarfte und schlaue Ente, mit der man sich gleich anfreundet. (...) unbedingt erlebenswert. 

Neues Volksblatt – Birgit Thek
Eine Empfehlung: Lassen Sie sich die herzerwärmende u\hof:-Produktion „Ente, Tod und Tulpe“ für alle ab 6 nicht entgehen!
Es war eine große Herausforderung, das wunderbare Bilderbuch von Wolf Erlbruch über das Sterbenmüssen auf die Bühne zu bringen — und Nora Dirisamer kann zu Recht für ihr Theaterstück „Ente, Tod und Tulpe“ den Titel Uraufführung und einen großen Erfolg für sich reklamieren. Hat sie doch aus dem knappen Text eine fantasievoll erweiterte Fassung mit viel Wortwitz und Situationskomik erarbeitet, die die jungen Zuschauer nicht alleine lässt mit der Trauer über den Tod der kleinen Ente. Dabei bietet sie keine wohlfeilen „Erklärungen“ an, sie lässt bewusst vielerlei Vorstellungen anklingen, was nachher sein kann ...
Vollends bezaubernd aber ist, wie die beiden Freunde werden: (...)
Katharina Wawrik und Ralf Wegner sind eine wahre Idealbesetzung: Sie entzückt als kecke Ente, die noch nicht auf das Gründeln in ihrem geliebten Teich verzichten will (was in den blauen Plastikbällen, mit denen Bühnenbildner Jan Hax Halama das köstliche Nass imaginiert, wunderbar funktioniert). Und Wegner, ein sie um zwei Köpfe überragender Strich in der Landschaft, ist kein Sensenmann, den man fürchten muss, sondern schlicht zum Abbusseln. (...) Todsicher aber, dass es dieser intelligenten und zauberhaft umgesetzten Theaterstunde gelingt, dem Tabu Tod in Augenhöhe zu begegnen und Kindern wie Erwachsenen Tröstliches auf den Heimweg mitzugeben ... 

Der Standard – Wolfgang Schmutz
Katharina Wawrik ist eine neckische Ente, die den Tod bezirzt und ihn unter ihre Fittiche nimmt, wenn er friert. Ralf Wegner gibt den Sensenmann als etwas steifen Gesellen, der sich nach und nach von der Lebenslust der Ente anstecken lässt. Sie verbringen viel Zeit miteinander, bis es für die Ente Zeit wird.
Regisseurin Nora Dirisamer gestaltet die Miniatur über das Sterben mit klugen Einfällen, setzt auf unprätentiöse Gesten, stimmige Musikeinwürfe.
Langer Applaus für Darsteller und Regie. 

Premiere: Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie

Donnerstag, 9. Dezember 2010


Woody Allens Verwirrspiel feierte am 4. Dezember 2010 Premiere in den Kammerspielen.

Hier die ersten Pressestimmen:


Der Standard, Wolfgang Schmutz

Mit dessen Theaterfassung stellt sich Regisseurin Sarah Kohrs nun erstmals am Linzer
Landestheater ein. Durchwegs gelungen, denn für die leichtfüßig dahinplätschernde Filmvorlage findet sie den entsprechend unaufgeregten Bühnenton.
... Thomas Kasten brilliert als dozierender Professor, bei dem unter dem Deckmantel der Bildungsbürgerlichkeit allerdings die rohe Lust brodelt.
... Ein Spiel, das auf der Drehbühne gelungen zwischen Wald- und Landhaus-Setting (Heike Vollmer) changiert und als gepflegte leichte Muse für sich einzunehmen weiß.


OÖ Krone, Vera Rathenböck

Aus einem Chaos der Hormone entwickeln sich magische, erotische Träume.
Sarah Kohrs’ Regie macht aus der Vorlage eine kurzweilige, unterhaltsame Komödie von heute. Joachim Rathke beherrscht als Andrew mit allerlei Wortwitz das Geschehen. Er verpackt so manche komisch-weise Feststellung sehr charmant und behält im Schlagabtausch mit Playboy Maxwell, fein gespielt von Sebastian Hufschmidt, die Oberhand. Thomas Kasten (Leopold) entwickelt seine Figur mit Herzenswärme.


Neues Volksblatt, Philipp Wagenhofer

Über Sarah Kohrs’ Inszenierung von „Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie“, die auch vor Klamauk nicht zurückschreckt, wurde sehr viel gelacht.
... Besonders gut steht Sarah Kohrs’ Inszenierung die Idee an, dass sie das Geschehen in die Siebzigerjahre (perfekte Kostümierungen von Heike Vollmer) verlegt hat, also quasi in die Zeit des sexuellen Aufbruchs. ... Joachim Rathke spielt diesen Andrew mit Hingabe, in dessen Ehe nichts mehr läuft, der seinen „Kelomat“ eben in Erfindungen Druck nimmt. ... Diese Ariel, der Nancy Fischer erotische Untertöne entlockt, ... . Sebastian Hufschmidt macht als Maxwell seine Verwandlung zum ernsthaft Verliebten plausibel. Gekonnt löst Angela Smigoc als Dulcy Blockaden bei der Gastgeberin (Barbata Novotny überzeugt als Adrian), zudem verschafft sie dem Professor, der zwischen intellektueller Wichtigmacherei und einfacher Geilheit bei Thomas Kasten genau richtig ist, Erleichterung.
Es ist eine ziemlich unterhaltsame Inszenierung, die Sarah Kohrs in gut zwei Stunden samt Pause auf die Bühne stellt.


OÖN, Silvia Nagl

Locker-leicht und höchst amüsant kommt dieses Stück über ein liebesnarrisches „Sextett“ daher.
Regisseurin Sarah Kohrs, erstmals am Landestheater Linz zu Gast, trifft bei diesem Stück über versäumte Gelegenheiten, Träume und Sehnsüchte genau den richtigen Tonfall. Allzu leicht könnte das alles in Klamauk und billigen Schmäh abrutschen, doch Kohrs vermag unaufgeregt, ohne Hysterie und sicherer Figurenführung auch jene zauberhafte Atmosphäre zu beschwören, die den Charme dieser Komödie ausmacht.
Heike Vollmer hat dafür ein schönes Bühnenbild gebaut: ...
Das schauspielerische Sextett präsentiert sich von bester komödiantischer Seite.
Boulevard der feinsten Sorte. Sehenswert!


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Die Dachgleiche ist erreicht!

Samstag, 27. November 2010

Beim feierlichen Festakt der Dachgleiche am 26.11.2010 mögen zwar arktische Temperaturen geherrscht haben, aber die Bauherren und politischen Vertreter strahlten und leuchteten wie die Christbäume – vor Glück. Denn das Projekt Musiktheater liegt ganz im Zeit- und Kostenplan.

Oberösterreichs größte Baustelle und gleichzeitig Europas modernstes Theater wächst unaufhörlich und wurde anlässlich der Gleichenfeier erstmals künstlerisch eingeweiht. Mit einem Paukenschlag eröffnete das Schlagwerk-Ensemble des Bruckner Orchesters die Feierlichkeiten und testete den Rohbau auch gleich auf seine Akustik.

Das Ballett-Ensemble des Landestheaters schwebte zu Rachmaninoff über seine künftige Wirkungsstätte und Solisten und der Chor des Landestheaters präsentierten Ausschnitte aus Die Meistersinger von Nürnberg und eine umgedichtete Version von Hello, Dolly!.

Impressionen | Das neue Musiktheater

Premiere: Rumpelstilzchen

Montag, 15. November 2010

Das Märchen nach den Brüdern Grimm feierte in der Fassung von Anna Proto am 14. November 2010 Premiere in den Kammerspielen.

Die ersten Pressestimmen:

OÖ Kronen Zeitung/Milli Hornegger

Lebendig gewordenes Märchen

Es scheint als würde da gerade ein kleiner, frecher, fordernder und bitzelnder Kobold namens „Rumpelstilzchen“ die Herzen der Kinder erobern.
Sie (Verena Koch; Anm.) erzählt die Geschichte von der Müllerstochter, die Stroh zu Giold spinnen soll, wie ein lebendig gewordenes Märchen. An den Figuren hat sie sorgfältig gefeilt, so sah man als Premierenbesetzung Georg Bonn als faulen Müllervater und Lisa-Katrina Mayer als Tochter Isabella. Geradezu als Karikatur hat Peter Pertusini seinen König angelegt. (…) Zu ihm passt der nicht weniger planlose Minister von Korbinian Josef Müller.


Neues Volksblatt/Birgit Thek

Monika Biegler, die auch die fantasievollen Kostüme entworfen hat, schuf dafür die stimmungsvolle Szenerie.
Schön, dass das Rumpelstilzchen nicht nur eindimensional böse gezeichnet wird: Hinter seinem Wunsch nach dem Königskind als Lohn für seine Zauberdienste wird auch die Einsamkeit des Gnoms deutlich, dem bei der gestrigen Premiere Eva-Maria Aichner (…) liebevoll-differenzierte Konturen verlieh. (…) Peter Pertusini gefiel als blasiert-verwöhnter, aber letztlich doch der Liebe fähiger König. In Kooperation mit der Bruckner-Privatuniversität haben hier Schauspiel-Studierende die Chance, ihr Können zu zeigen, und Lisa-Katrina Mayer und Korbinian Josef Müller wussten sie zu nützen: Müller ist als köstlich schleimig-gieriger Minister neben der Titelfigur die „böse“ Identifikationsfigur der jungen Zuschauer, Mayer als Müllerstochter und Königin die „gute“, mit der sie mitzittern.


Oberösterreichische Nachrichten/Karin Schütze

Regisseurin Verena Koch erzählt „Rumpelstilzchen“ mit viel Slapstick und Humor. Auf Begeisterung beim jungen Publikum stößt vor allem das königliche Versteckspiel im Wald. Monika Bieglers (Kostüme, Bühnenbild) scherenschnittartige, mit Blumenmuster tapezierte Schlosskulisse wird von Helmut Janacs in jeweils anderes Licht getaucht. Ihr Rumpelstilzchen scheint als feuerroter, hexenhafter Miniatur-Rübezahl mit Sepplhut Bergen wie Hölle entsprungen. Das spielfreudige Ensemble hat sichtlich selbst Vergnügen an der pfiffigen Märchenwelt: Köstlich ist Peter Pertusini als etwas blasierter, scheuer König, der im Wald keinen Helden abgibt und sich in einer goldenen Badewanne kutschieren lässt. Korbinian Josef Müller darf als hämischer, geldgeiler Minister dem Beamtentum Seitenhiebe verpassen. Lisa-Katrina Mayer ist eine tatkräftige, bestimmte Müllerstochter, die dann doch Angst und Verzweiflung packen.

Originelle Klangkulisse

„Rumpelstilzchen“ Eva-Maria Aichner lässt in ihrem finalen, infernalischen Tobsuchtsanfall den Boden erbeben.  Für die Klangkulisse hat Nebojsa Krulanovic „Ein Männlein steht im Walde“ rockig-originell für eine bläserdominierte Band variiert.


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Premiere: Hello, Dolly!

Dienstag, 2. November 2010

Das Musical von Jerry Herman und Michael Stewart feierte am 30. Oktober 2010 Premiere im Großen Haus.

Das sagt die Presse:

OÖ Kronen Zeitung: Balduin Sulzer

Turbulente Heiratsvermittlung

Schwungvolle Musical-Premiere: "Dolly" Cheryl Lichter weiß, wie man sich den Traummann angelt

Die unterhaltsame, phasenweise turbulente Geschichte von der temperamentvollen und geschäftstüchtigen Heiratsvermittlerin Dolly, die nicht nur anderen viele glückliche Partnerschaften vermittelt, sondern auch sich selbst den begüterten Kaufmann Horace angelt und dabei sogar vor Gericht landet, fegt temporeich über die Bühne des Großen Hauses des Linzer Landestheaters.

Die Aufführung imponiert aber auch in den von Orchester, Chor und den Solisten unter dem Dirigat Marc Reibels gebotenen musikalischen Leistungen. Dazu kommen die oft hinreißende Komödiantik der Akteure, das effektbewusst choreografierte Ballett, die kunstvoll den Grenzbereich zur Irrealität streifende Bühnengestaltung (Erwin Bode) und der bunte Ideenreichtum bei den Kostümen (Alfred Mayerhofer). Regisseur und Choreograf Otto Pichler lieferte mit seiner ersten Musical-Produktion am Landestheater einen beschwingten Abend ab.

Von den Protagonisten seien besonders erwähnt: Cheryl Lichter als listige Dolly, Günter Rainer als griesgrämiger Geschäftsmann und Witwer Horace; weiters Ramin Dustdar (Hackl), Daniel Feik (Tucker), Elsa Giannoulidou (Hutmacherin), Elisabeth Breuer (Minnie), Ilia Vierlinger (Ermengarde), Till von Orlowsky (Ambrose) und Leopold Köppl (Richter).

Neues Volksblatt: Margret Czerni

Bravissimo!

Jubel für die Landestheaterinszenierung des Musicals „Hello,Dolly!“ am Landestheater, das Barbra Streisand berühmt machte

Gesang und Tanz, Schwung und Rhythmus auf der Bühne wie im Graben, wo unter Marc Reibels aufmerksamer musikalischer Leitung das Bruckner Orchester die weltbekannten Melodien von Jerry Herman erklingen ließ (…).Reibel vergaß auch nicht auf die Sänger und Sängerinnen, und den locker und komödiantisch agierenden Chor hatte wie immer Georg Leopold fest im Griff. Für die Inszenierung und Choreografie zeichnet Otto Pichler, (…). Eine Augenweide sind die farbenfrohen Kostüme von Alfred Mayerhofer wie auch die Bühne, die Erwin Bode dem hochmotivierten, quirligen Ensemble mitsamt dem Ballett gebaut hat.

Cheryl Lichter und Günter Rainer sind in diesen Paraderollen ein herrlich gegensätzliches Paar. Sehr originell und flott unterwegs sind Ramin Dustdar und Daniel Feik als Vandergelders Angestellte Cornelius Hackl und Barnaby Tucker, (…). Das Premierenpublikum am Samstagabend war nach dem hinreißenden Zweiten Akt begeistert, der Applaus und Jubel wollte schier kein Ende nehmen. Ein Bravissimo dem ganzen Ensemble!

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Premiere: Schmiere stehn

Der Jugendkrimi von Jörg Menke-Peitzmeyer feierte am 29. Oktober 2010 Uraufführung im u\hof:

Hier die ersten Pressestimmen:

OÖN: Silvia Nagl

Ein überzeugendes vierköpfiges u\hof:-Ensemble präsentiert sich in einem Auftragswerk für die Linzer Landestheater-Spielstätte für junges Publikum: "Schmiere stehn" ist aufwühlendes Jugendtheater (ab 10), das zeigt, dass der Weg von Mutproben bis zum Kriminal ein kurzer sein kann.

Regisseurin Ulrike Stöck (*1975) hat offensichtlich den Draht zu Jugendlichen noch nicht gekappt: Sie zeigt mit dem Schauspielteam vier Jugendliche, wie sie tatsächlich in diesem Alter sein könnten. Die Schwestern als kreischendes, sich ständig streitendes Duo, das vor allem Klamotten, Schminke und Ärger mit den Eltern im Kopf hat. Katharina Wawrik als Nina scheint im Laufe des Stückes tatsächlich immer jünger zu werden, zerbrechlich zart und gekleidet wie "Britney Spears für Arme" verfügt sie über die zappelnde Energie einer vorpubertierenden Göre und den trotzigen Schmäh einer in die Welt der Älteren drängenden jungen Frau. Ihr nimmt man die Geschichte ab, als wär's ihre eigene.

Ninas ältere Schwester Jessica (Katharina Halus) will sich ihren Geltungsdrang mit der Beziehung zu Tom, dem Chef der bösen Gang, erfüllen. Und der wird von Ralf Wegner unglaublich cool und lässig dargestellt, auch latente Bösartigkeit, Brutalität und Macho-Gehabe sind ihm nicht fremd. Bastian Dulisch als Goran ist der Typ des schweigenden Mitläufers, der zu feig ist, auszusteigen. Das macht auch die Qualität des Stückes aus, dass es Prototypen zeigt, mit denen sich jede und jeder im Publikum identifizieren kann, was das Geschehen nahe rücken lässt.

Die Regie zeichnet diese Prototypen eindringlich, (…). Der kleinen u\hof:-Bühne gibt Brigit Kofmel ungewohnte Tiefe, (…).


Neues Volksblatt: Birgit Thek


Packende Uraufführung von „Schmiere stehn“ im Linzer u\hof: liefert viele Denkanstöße

Den realen Fall der „Gummibärenbande“ in Linz, nahm der deutsche Autor Jörg Menke-Peitzmeyer zum ausgangspunkt für sein Auftragswerk „Schmiere stehn“, das am Freitag seine viel beklatschte Uraufführung feierte.
Das Schönste daran: Das Stück liefert keine platten Erklärungsmuster, auch wenn die Sprachlosigkeit in vielen Familien und die Vernachlässigung der emotionalen Bedürfnisse der Kinder nach Liebe und Anerkennung differenziert zum Ausdruck kommen.
Umgesetzt wird das vielschichtige Geschehen in der ideenreichen Regie von Ulrike Stöck höchst adäquat von den vielversprechenden u\hof:-Darstellern: allen voran Katharina Wawrik als „Gruppenmaskottchen“ Nina, unter deren „Coolness“ die nicht gelebte Kindlichkeit durchschimmert. Nicht weniger überzeugend Ralf Wegner 8Tom), Katharina Halus (Jessica) und Bastian Dulisch (Goran).

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Im Gespräch - Einfach Spielen

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Silvia Glogner wird diesen November 70. Ihre neuen jungen Schauspiel-Kolleginnen Nancy Fischer, Angela Šmigoc, Katharina Vötter und Jenny Weichert sind im Durchschnitt 40 Jahre jünger. Neugierig, wer die Neuen so sind, hat Silvia Glogner die vier zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Entstanden ist ein spannendes Gespräch rund um das, was sie über Generationen hinweg verbindet: Die Lust am Spielen.

Das ungekürzte Interview finden Sie hier als Download.

Falsch verbunden – Disconnect

Montag, 18. Oktober 2010

Das Telefondrama von Anupama Chandrasekhar feierte am 18. Oktober Premiere in den Kammerspielen.

Hier die ersten Pressestimmen:

Philipp Wagenhofer – Neues Volksblatt
Brillant ist die Rhythmisierung, die Gerhard Willert seinen neuen Ensemble-Mitgliedern Nancy Fischer (Vidya), Björn Büchner (Giri) und Markus Subramaniam (als Ross, bester Mann im Stall, exzellent) mitgegeben hat. Sie bringen die Strukturierung, die in schneller Folge Gesprächsfetzen vorsieht, präzise und so von der Bühne, dass die Hauptlinie verständlich bleibt.

Silvia Nagl – OÖN
Chandrasekhar hat im reizvollen Wechsel von Real- zu Telefongesprächen dieses Stück verfasst. Gerhard Willert hat für seine Übersetzung eine klare, direkte Sprache gefunden. Er inszeniert flott, mit schnellen Wechseln.
Gleich vier Landestheater-Neuzugänge präsentieren sich in diesem Stück - und ihr Erstauftritt ist unter der erfahrenen Regie-Hand von Willert sehr erfreulich. Markus Subramaniam erweist sich als sehr präsenter, mit schöner und deutlicher Bühnensprache und absoluter Natürlichkeit agierender Schauspieler. Nancy Fischer ist ihrer Rolle entsprechend lächelnder Zynismus in Person. Björn Büchner gibt den lässigen und dynamischen Kumpeltyp, Angela Smigoc die toughe Frau mit rauer Schale und weichem Kern.

Stückinfo und Termine